Am 7. August, pünktlich um 10 Uhr, ging es in der gewohnten Besetzung los mit Susanne, Moni, Steff, Rainer und Stella. Erstes Ziel: Regensburg. Nach teils zähem Verkehr war ausgerechnet die Ausfahrt der B16 gesperrt, die wir zum Campingplatz gebraucht hätten. Ein großer Umweg brachte uns dann doch noch zum Ziel.

Der schließlich erreichte Campingplatz Freizeitinsel in Bad Abbach bot großzügige Stellplätze, saubere und moderne Sanitäranlagen sowie ein Café mit einer Konditormeisterin (https://www.campingplatz-freizeitinsel.de). Nach der verregneten Vorwoche spielte auch das Wetter endlich mit.

8. August: Monis Geburtstag und der Donaudurchbruch

Am nächsten Tag, Monis Geburtstag, starteten wir unseren ersten Ausflug: Ab Kelheim ging es mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg – einer noch aktiven Benediktinerabtei mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt (gegründet 1050). Dort verbrachten wir die meiste Zeit im schattigen Biergarten. Gut gestärkt fuhren wir zurück durch den Donaudurchbruch nach Kelheim.

Nur wenige Kilometer weiter lag unser nächstes Ziel: die imposante Befreiungshalle auf dem Michelsberg. König Ludwig I. ließ sie als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon erbauen; 1863 wurde sie feierlich eingeweiht. Von außen zieren 18 Kolossalstatuen die Fassade, innen bilden 34 Siegesgöttinnen einen Kreis unter der 45 Meter hohen Kuppelhalle, deren kunstvolle Kassettendecke beeindruckt.

Donaudurchbruch

Kloster Weltenburg

Befreiungshalle

Hundertwasser-Turm in Abensberg

Eigentlich sollte der Abend in Kuchlbauers Bierwelt in Abensberg enden. Die Brauerei mit ihrem markanten Turm nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser wurde am 23. April 2010 eröffnet. Die bunte Architektur war sehenswert – allerdings überzeugte uns die Essensauswahl nicht besonders. Nach einer Runde Bier wechselten wir in den Gasthof Kellner nahe unseres Campingplatzes und ließen den Abend dort gemütlich ausklingen.

9. August: Regensburg – zwischen Dom und Wurstkuchl

Am nächsten Tag stand Regensburg auf dem Programm. Unser Parkplatz war ein Abenteuer: eine in den Fels gehauene Tiefgarage mit enger, ampelgesteuerter Zufahrt – nichts für schwache Nerven. Dafür waren wir direkt in der Altstadt, nur wenige Schritte vom Dom entfernt.

Wir besichtigten den Dom, das Alte Rathaus mit dem historischen Reichssaal, dort fanden auch gleich mehrere Hochzeiten statt, und schlenderten anschließend durch die Gassen bis zur legendären Historischen Wurstkuchl. Seit über 500 Jahren gibt es hier Würstl mit Sauerkraut – eine Tradition, der wir uns gerne anschlossen.

Die sommerliche Hitze trieb uns am Nachmittag zurück zum Campingplatz, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Tag ausklingen ließen.

Das etwas besondere Parkhaus.

Dom und altes Rathaus

10. August: Ankunft in Österreich – Ruhe am See

Schließlich ging es weiter zu unserem ersten Ziel in Österreich: dem Seerestaurant Camping Badesee in Klaffer am Hochficht – dem nördlichsten Campingplatz Österreichs (https://www.boehmerwaldcamp.at). Direkt am Wasser gelegen, war es der perfekte Ort für einen wohlverdienten Ruhetag. Wir ließen einfach einmal die Seele baumeln, badeten und genossen den Blick über den See. Erwähnenswert: am Abend wurde es angenehm frisch mitten in den Bergen.

Stellplatz und Badesee

12. August: Tschechien – Krumau an der Moldau (Český Krumlov)

Nach unserem entspannten Ruhetag überquerten wir die Grenze nach Tschechien. Die Fahrt führte vorbei an den Moldaustauseen – einmal sogar mit einer kleinen Fähre – bis wir Krumau erreichten. Direkt am Fuße der Altstadt fanden wir einen Parkplatz.

50 Stufen führten uns hinauf ins historische Zentrum – zum Leidwesen von Rainer und Steff, denn das durchgängige Kopfsteinpflaster war für die beiden mit ihren lädierten Füßen nicht unbedingt einfach und schmerzfrei begehbar. Aber: beide meisterten den Rundgang durch die Altstadt tapfer.

Malerische Altstadt und Schloss Český Krumlov

Die Moldau umschlingt die Altstadt in einer weiten Schleife. Über den bunten Bürgerhäusern thront das imposante Schloss aus dem 13. Jahrhundert, dessen Baustile von Gotik über Renaissance bis Barock reichen. Die Anlage umfasst neben den Schlossgebäuden einen weitläufigen Park und ein barockes Theater.

Der runde Glockenturm bietet angeblich einen traumhaften Blick auf Stadt und Fluss – wir entschieden uns, diesen Aufstieg auszulassen und lieber durch die verwunschenen Gassen zu schlendern.

Biergarten an der Moldau – und eine Meerjungfrau

Nach unserem Stadtbummel ließen wir uns in einem Biergarten an der Moldau nieder, genossen tschechische Küche und die entspannte Atmosphäre. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einem der Stauseen für einen Cappuccino – und entdeckten dort am Ufer sogar eine Meerjungfrau, die gleich als Fotomotiv herhalten musste.

14. August: Steyr

Als Erstes möchten wir Positives vom Campingplatz am Fluss berichten: wunderschön an der Enns gelegen, mit eigener Badestelle, wo auch Hunde willkommen sind. Der Platz ist relativ klein, bietet weniger als 40 Stellplätze und überrascht mit einem Brötchenservice direkt zum Tisch – stilecht im Brotkorb. Er wird familiär geführt; besonders der engagierte Sohn der Betreiberfamilie hat mit seiner guten Laune viel zum freundlichen Flair des Platzes beigetragen. Hier haben wir uns ausgesprochen wohlgefühlt, und sollten wir wieder einmal in die Gegend kommen, landen wir bestimmt erneut hier.

Am nächsten Tag besichtigten wir das Städtchen Steyr. Mit über 1.000 Jahren gehört sie zu den ältesten Städten Österreichs. Hier fließen Enns und Steyr zusammen. Besonders die Altstadt und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten sind einen Besuch wert. Unser Auto konnten wir direkt an der Altstadt parken, und von dort spazierten wir zunächst zur Stadtpfarrkirche hl. Ägydius und Koloman, in der gerade eine Hochzeit in traditioneller Tracht gefeiert wurde. Von hier aus ging es hinunter in die historische Altstadt.

Am Stadtplatz reihen sich prachtvolle Bürgerhäuser aus den verschiedensten Stilepochen harmonisch aneinander. Seit über 600 Jahren prägt das gotische Bummerlhaus diesen einzigartigen Platz. Über der Stadt thront das mächtige Schloss Lamberg, das auf den Grundmauern der Styraburg errichtet wurde – jener Festung, der Steyr im Jahr 980 n. Chr. seine Gründung verdankt.

Nach unserem Rundgang durch die Altstadt fuhren wir mit dem Panoramalift Tabor zum Taborturm. Dort bot sich uns ein fantastischer Blick auf die Stadt und die Zusammenführung von Enns und Steyr. Da es an diesem Tag sehr heiß war, kam uns das Restaurant am Turm gerade recht für eine kleine Erfrischung. Zurück ging es schließlich über das Schloss und den Schlosspark zu unserem Auto.

Altstadt Steyr

Zusammenfluss von Enns und Steyr und Eingang zum Schloss

Blick vom Tabor

15. August: Stift Melk und Dürnstein

Nach einem Ruhetag setzten wir unsere Reise nach Melk fort. Unser Campingplatz in Emmersdorf, direkt an der Donau, überraschte uns mit einem besonderen Erlebnis: Auf einmal standen wir zentral in einem großen Treffen von etwa 40 Familien des fahrenden Volkes – aus Bergheim. Wir mittendrin – alle sehr freundlich, gesprächig und bemerkenswert gründlich und ordentlich. Nach einem Regen wurden dort sofort Wohnwagen, Markisen und Autos geschrubbt – nur wir machten dabei nicht mit. Auch wurde ständig gekocht, was dem Platz einen ganz eigenen Charakter verlieh.

Nach einer gewittrigen Nacht besuchten wir das berühmte Stift Melk. Seit seiner Gründung im Jahr 1089 wird es von Benediktinermönchen bewohnt und betrieben. Heute gilt es weltweit als Zentrum für Spiritualität, Kunst, Kultur, Natur und Wissenschaft. Durch das aktive Stiftsgymnasium, sowie zahlreiche Veranstaltungen herrscht hier ganzjährig lebendiger Betrieb.

Bei einer Führung, geleitet von einer jungen Absolventin des Stiftsgymnasiums, besichtigten wir unter anderem den prunkvollen Marmorsaal, den Kaisergang, die Stiftsbibliothek und das Museum. Von der Altane – dem Verbindungsbalkon zwischen Marmorsaal und Bibliothek – genossen wir einen großartigen Blick ins Donautal.

Die Bibliothek allein beherbergt rund 130.000 Bücher in 16 Sprachen, wobei einige über 1.200 Jahre alt sind. Ein weiteres Highlight ist die Stiftskirche, ein Meisterwerk des Hochbarocks mit kostbaren Fresken, Malereien und einem prachtvollen Hochaltar, die zum Verweilen einlädt.

Unsere Weiterfahrt entlang der Donau brachte uns nach Dürnstein, wo im Jahr 1192 Richard Löwenherz ca. 4 Monate gefangen gehalten wurde. Von der einstigen Burg ist heute nur noch eine Ruine geblieben. Das Wahrzeichen der Stadt ist der blau-weiße Barockturm des ehemaligen Stifts Dürnstein, der weithin die Wachau prägt. Der Ort selbst war jedoch fest in der Hand von Flusskreuzfahrt-Gruppen und deren ReiseleiterInnen, sodass es recht voll und trubelig zuging.

Bibliothek: Stift Melk.

Dürnstein

18. August: Und dann kam Horst …

Als nächstes Ziel wollten wir Bratislava ansteuern und fanden den östlichsten Campingplatz Österreichs (https://www.marchcamping-zwerndorf.at/).

Als wir auf den Platz einbogen kam große Verwirrung auf, gerade einmal 4 bis 5 Stellplätze auf einer kleinen Wiese.

Kaum angekommen kam auch schon Horst, der engagierte Campingplatzbesitzer. In den nächsten 1,5 Stunden wurden Susanne und Moni komplett eingewiesen in den Platz und in die Umgebung. Er kontrollierte auch persönlich alle Gäste, also Steff, Rainer und Stella wurden auch noch per Handschlag und einer Streicheleinheit begrüßt.

Horst baute diesen Campingplatz vor 6 Jahren, weil der Gemeinderat touristischer werden wollte und er sich als Gemeinderatsmitglied dachte „uns fehlt noch ein Campingplatz“. Und Horst Reischütz wäre nicht Horst, wenn er das nicht gleich selber in die Hand genommen hätte.

Da zudem die 1,5 Stunden Einführung sehr kurz waren für die Einführung, wurden wir immer wieder mit neuen Geschichten von Horst unterhalten. Die Gegend hier ist auch so einsam, dass es keine Einkaufsmöglichkeiten und kein Gasthaus gibt.

Aber hierfür stellte Horst noch gleich 3 Automaten auf für in Essig eingelegtes Biogemüse, Getränke und Eis sowie einen Kaffeeautomat. Wer also mal in der Gegend ist, ein Besuch bei Horst lohnt sich.

Moni im Gespräch mit Horst – mit 2 Caravan halbvoll.

19. August: Bratislava

Am nächsten Tag fuhren wir dann wie geplant in das ca. 45 Kilometer entfernte Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei. Übrigens: Hier befinden sich mit Wien und Bratislava die beiden nächst beieinander liegenden Hauptstädte Europas.

In Bratislava, Horst meinte noch, da sei der Verkehr schlimm, aber ihr Städter seid das ja gewohnt, fanden wir fast direkt am zentralen Jesenského Platz einen Parkplatz. Die Preise sind da fast wie in Stuttgart. 24 EUR für 6 Stunden, aber wirklich sehr zentral.

Am Jesenského Platz fahren alle Sightseeing-Busse und -Zügle ab, es gibt hier drei verschiedene Routen und Gefährte. Wir nahmen das Zügle und ab ging es quer durch die Altstadt bis zur Burg Bratislava. Dort konnten wir uns dann in Ruhe umsehen, Fotos machen und einen Cappuccino im Panorama Café genießen.

Danach gings wieder zurück in die Altstadt und zum späten Mittagessen. Für die Herren gabs ungarisches Gulasch mit Knödel und die Damen versuchten sich am Nationalgericht Bryndzové halušky, auch bekannt als Brimsennocken. Es handelt sich dabei um kleine Kartoffelklöße (Halušky), die mit Bryndza (Schafskäse) und gebratenem Speck vermischt und serviert werden. Wir fanden es sehr lecker.

So gestärkt liefen wir an der Oper vorbei in die Altstadt zum Hauptplatz, der vom Maximiliansbrunnen geziert wird. Auf dem Weg dorthin lugt der Gaffer Čumil aus einem Kanaldeckel – eine von vielen originellen Skulpturen in Bratislava. Etwas weiter der Schöne Naci in eleganter Abendgarderobe mit Zylinder, Gehstock und einem Päckchen seiner beliebtesten Desserts in der Hand. Er lächelt die Leute an und grüßt die Damen ehrfürchtig mit einem “Küss‘ die Hand!“ – auf Slowakisch, Ungarisch und auch auf Deutsch, da Bratislava zur damaligen Zeit dreisprachig war. Viele weitere Skulpturen fanden wir noch auf unserem Weg.

Nach dem prächtigen Primatialpalais, er beherbergt das Rathaus Bratislavas, spazierten wir noch zur blauen Kirche St. Elisabeth (Kostol svätej Alžbety). Sie besticht innen und außen mit ihren leuchtend himmelblauen Farben und trägt ein verziertes Dach aus blauen Ziegeln. Daher heißt es im Volksmund auch einfach „die blaue Kirche“.

Zurück beim Auto fuhren wir noch zu unseren persönlichen Highlight Bratislavas: dem UFO. Dieses sollte man sich unbedingt anschauen. Es handelt sich um einen begehbaren Brückenpfeiler der 430 Meter langen Brücke des Slowakischen Nationalaufstands, kurz Most SPN, aus dem Jahr 1972. Der Turm der beeindruckenden Schrägseilbrücke ist ein Pylon mit 95 Meter Höhe. Der runde Aufbau auf der Spitze erinnert von der Form her an ein UFO. Im Jahr 2005 wurde der Brückenpfeiler in den Weltverband der großen Türme (World Federation of Great Towers) aufgenommen und das Beste daran: Der UFO-Turm kann besichtigt werden. Ein Aufzug fährt Interessierte hinauf zu dem Restaurant und dem Café in 85 Meter Höhe. Als besonderes Highlight gibt es inzwischen auch eine Aussichtsplattform auf dem Dach. Von dieser hatten wir noch einen herrlichen Blick auf die Donau und Bratislava. Müde ging es zurück auf den Campingplatz.

Hier beschlossen wir spontan Wien, Wien sein zu lassen, waren wir ja auch erst vor ein paar Jahren hier, um weiter Richtung Ödenburg/Sopron zu ziehen. Also Horst informiert und nach einer Abrechnung von ca. 30 Minuten Dauer (arme Monika), einer persönlichen Verabschiedung per Handschlag und 45 EUR pro Nacht und Gespann ärmer (Geld kann Horst auch) ging es weiter Richtung Neusiedler See.

Überall witzige Figuren in der Innenstadt – die blaue Kirche.

Unser persönliches Highlight: das Ufo

Nationaltheater

Schlosspark

21. August: Ödenburg/Sopron

Nach 2 Stunden Fahrzeit war der neue Standort erreicht. Der Holiday-Fun-Camping/silent camping Markt Sankt Martin (was für ein Name) war ein idealer Startpunkt für unsere Fahrt nach Ungarn (https://camping-burgenland.at/), zudem mit Badesee und hochgelobtem Restaurant in den Bewertungen.

Leider hat sich Susanne einen fiebrigen Infekt eingefangen und so fuhren nur Moni und Rainer nach Sopron/Ödenburg. Rainers Mama war hier einst geboren und getauft worden, somit das erste Ziel: ihre Taufkirche. Diese steht heute noch und auf der Ahnentafel der Pfarrer war auch noch ihr Taufpfarrer aufgeführt.

Rainers Oma residierte viele Jahre immer im Hotel Sopron und somit war das zweite Ziel gefunden, ein Cappuccino mit Blick über die Stadt an der Hotelbar.

Anschließend ging es weiter Richtung Innenstadt. Hier hatten wir schnell ein Parkhaus gefunden und dann kam der große Schreck: der Automat nahm nur ungarisches Kleingeld (Forint) und das auch nur in kleinen Scheinen. Wir hatten alles, nur keine Forint. Also ab zur nächsten Bank, dort wurden wir in eine Wechselstube geschickt und wir wechselten mal 15 Euro, das nächste Problem war nämlich, dass da nirgends stand, was hier eine Stunde kostet. Auch im Internet fand man nichts.

Mit Parkplatz und Forint ausgestattet konnten wir uns nun Richtung Feuerturm, Tuztorony genannt, auf Stadtrundgang begeben. Leider sind hier viele Häuser, und erschreckenderweise auch im Zentrum, zum Teil sehr heruntergekommen.

Erstes Ziel: der Feuerturm, er ist das Wahrzeichen von Sopron. Auf römischen Grundmauern wurde er im Mittelalter gebaut. Der Balkon und der Glockenturm kamen dann in der Renaissance hinzu. Auf dem barocken Zwiebeldach thront dann in 58 Meter Höhe ein Adler. Am Fuße des Turms führt ein Tor zur bis zu 2000 Jahre alten Innenstadt. Die Geschichte mit den verschiedenen Epochen, dominiert von der Gotik und dem Barock, kann man hier noch gut sehen.

Vor allem in den vielen Hinterhöfen taucht immer wieder ein Stück historischer Mauern auf, die zum Teil noch aus der Römerzeit stammen.

Nachdem es leicht zu regnen begann, zogen wir es vor unser Auto aus dem Parkhaus zu holen. Es kostet sehr viel weniger als erwartet. Gerade mal 1,50 EUR für 3 Stunden. Über unsere somit zuviel erworbenen Forint freuten sich die Bedienung fürs Trinkgeld und Steff über eine ungarische Salami.

Essen waren wir dann am Rande der Stadt auf dem Bésci Hügel im Tercia Hubertus Étterem és Panzió, einem sehr gepflegten Lokal mit reichhaltiger Auswahl an Speisen – entschieden hatten wir uns dann für das klassische ungarische Gulasch (2 x Hauptspeise, 2 x Getränk, 2 x Nachtisch – 45 EUR). Mit vollem Bauch gings dann zurück nach Österreich auf den gerade mal 30 Minuten entfernten Campingplatz.

Taufkirche Rainers Mutter – das Hotel seiner Oma

Gulasch

Feuerturm und Hauptplatz.

Einer der unzähligen Innenhöfe.

22. August: Nach Horst kam Peter …

Zu Peter später mehr. Inzwischen sind wir nördlich von Graz gelandet. Der Campingplatz Lanzmaierhof in der Steiermark ist immerhin größer als der von Horst; mehr als 15 Wohnwagen oder Wohnmobile können dort aber auch nicht stehen (siehe: https://www.frohnleiten.com/betriebe/gasthaus-camping-lanzmaierhof/). Allerdings gibt es dann noch Platz für ein paar Zelte. Hier ist alles unkompliziert und irgendwie ursprünglich. Falls Strom gebraucht wird – kein Problem: Da hängt Peter einfach eine Steckdose aus dem Fenster. Er ist sehr freundlich und sehr langsam – Entschleunigung gibt es gratis dazu. Am Abend kann man im eigenen Restaurant ganz wunderbar speisen; allerdings sollte man auch hier Zeit mitbringen. So ein Abendessen dauert dann schon mal drei Stunden.

23. August: Bruck an der Mur

Am nächsten Tag fuhren wir nach Bruck. Die Stadt liegt am größten Fluss der Steiermark, der Mur. In der Innenstadt gibt es vor allem einen zentralen Platz, den Koloman-Wallisch-Platz. Hier befinden sich das Rathaus, der eiserne Brunnen und das Kornmesserhaus. Letzteres gilt als eines der schönsten gotischen Profanbauten Österreichs. Es wurde von 1499 bis 1505 für den Hammerherrn Pankraz Kornmeß errichtet und ist in seiner Gestaltung von venezianischen Palästen jener Zeit beeinflusst, was sich beispielsweise an der reich verzierten, offenen Arkadenfassade zeigt. Viel mehr bietet die Innenstadt nicht, aber wie in Graz gibt es auch hier einen Uhrenturm.

Also ging es die vielen Stufen hinauf. Fast oben angekommen, der große Schreck: eine verschlossene Eisentür. Zum Glück – und mit ein wenig Geschick – konnten wir diese umgehen und die restlichen Meter bis zum Uhrenturm überwinden. Oben erwartete uns nicht nur ein schöner Ausblick, sondern auch eine Hochzeit. Nach vielen Fotos nahmen wir dieses Mal einen anderen Weg und wieder unten in der Stadt fuhren wir zurück zum Campingplatz.

Trotz verschlossener Tür kurz vor dem Ziel hatten wird den Uhrenturm erreicht.

Kornmesserhaus

24. August: Lurgrotte Eingang Semriach

Der Tag begann leider nicht so toll, nach einem Spaziergang von Rainer mit Stella hatte sich die Gute übergeben, leider dann nochmal und in der Nacht. Somit blieben Steff und Stella am Wohnwagen während der Rest zur Lurgrotte aufbrach.

Die Lurgrotte kann man von zwei Eingänge aus erklimmen. Der Weg vom Eingang Semriach soll schöner sein und aus diesem Grund entschieden wir uns für ihn, anstatt für Peggau. Der Zugang Semriach ist in Familienbesitz und wir hatten das Glück die Höhle mit einem wirklich tollen Führer zu besichtigen. Eine faszinierende unterirdische Welt voller Sinterbildungen, Tropfsteinen, gewaltigen Felsendomen und unterirdischen Felsschluchten. Höhepunkt der Führung: Der Große Dom – Einer der zehn größten Höhlendome weltweit mit 120 m Länge, 80 m Breite und 40 m Höhe. Dort erlebten wir ein faszinierendes Licht- und Klangerlebnis. Am Rückweg sahen wir auch noch den „Riesen“, den größten freihängenden Tropfstein der Welt, der sich mit 13 m Höhe, 9 m Umfang und 40 t Gewicht von der Höhlendecke in den Raum herabsenkt. Er soll an die 1,5 Mio. Jahre alt sein. Auf der Rückfahrt nahmen wir bei einer Konditorei noch leckere Tortenstücken mit – natürlich nur für den wartenden Steff am Wohnwagen. Und damit er nicht alleine bei Kaffee und Kuchen da sitzt …

… und hier noch der Riese.

25. August: Kalsdorf – Hainl Kunstmühle und Ölpresse und anschließend Graz

Wir fuhren nach Kalsdorf zu einer Meisterschülerin von Steff, um die dortige Mühle zu besichtigen. (Geplant war eigentlich nur einzukaufen, mit der Hoffnung auf eine Besichtigung.) Leider war seine ehemalige Schülerin, die heutige Meisterin, im Urlaub, doch ihre Eltern empfingen uns herzlich und führten uns durch die Mühle samt Ölpresse.

Alois und Johanna Haindl betreiben die Mühle bereits in der dritten Generation. Trotz einiger Modernisierungen setzt man dort nach wie vor auf die traditionelle und schonende Verarbeitung von Getreide und Kürbiskernen. Besonders wichtig ist ihnen die Verwendung regionaler Rohstoffe. Nach der Führung durch die Mühle – viel sieht man dort allerdings nicht – ging es weiter zur Ölpresse. Hier entsteht das „Schwarze Gold“: echtes Steirisches Kürbiskernöl. Sattgrün, beinahe schwarz, fließt es aus der Presse. Wir konnten die einzelnen Schritte vom Kern bis zum Öl genau verfolgen. Der kräftige Geschmack ist allerdings für jene, die ihn nicht gewohnt sind, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Nach der Besichtigung – und mit etwas Mehl im Gepäck – fuhren wir weiter nach Graz zum Uhrenturm. Diesen hatten wir zwar schon einmal bei einem früheren Besuch auf dem Schlossberg besichtigt, doch die Aussicht von dort oben ist immer wieder beeindruckend, und das Wahrzeichen von Graz darf man ruhig öfter besuchen. (Mit unserem Fernsehturm machen wir es ja genauso!) Mit der Standseilbahn ging es zügig hinauf, und nach einem Rundgang auf dem Schlossberg kehrten wir noch in die dortige Wirtschaft ein.

Leider erbrach sich Stella auch hier, und so beschlossen wir, die Stadtbesichtigung abzubrechen und einen Tierarzt aufzusuchen. Witzigerweise lag dieser fast direkt neben der Mühle – wir hätten es uns also einfacher machen können. Nach Untersuchung und Laborwerten stellte sich heraus, dass Stella an einer Gastritis litt. Die Empfehlung: zunächst gar kein Futter, ab dem nächsten Morgen dann Schonkost. Für einen Labrador ein echter Horror – aber die Maßnahme zeigte Wirkung. Ab diesem Zeitpunkt ging es ihr stetig besser, also fuhren wir weiter nach Alt Ossiach zum Ossiacher See.

27. August: Gerlitzer Alpe und Ossiacher See

Gegenüber des Campingplatzes erhebt sich die Ossiacher Alpe – und so war schnell beschlossen, den Gipfel zu erklimmen, zumal man ihn bequem mit dem Auto erreichen kann. Damit stellten weder angeschlagene Füße noch mögliche Höhenangst in einer Gondel ein Hindernis dar. Zwar ist das letzte Stück mautpflichtig, doch mit 9 € immer noch deutlich günstiger als eine Gondelfahrt für vier Personen plus Hund.

Trotz strahlendem Sonnenschein blieb uns der erhoffte Weitblick leider verwehrt, da es etwas diesig war. Susanne und Moni schafften den Aufstieg bis ganz nach oben, während wir Herren wegen der Füße und des Weges darauf verzichten mussten. Nachdem wir das Panorama ausreichend genossen hatten, war die Entscheidung klar: Das gesparte Geld wird in einem Café am See in Eis investiert – genau das Richtige bei diesem Wetter.

Der Ossiacher See mit dem Campingplatz am gegenüber liegenden Ufer.

Warten auf den Eisbecher …

28. August: Pyramidenkogel und Stella

Der Pyramidenkogel, südlich des Wörthersees bei Keutschach gelegen, ist mit seinen 100 m Höhe der höchste Aussichtsturm der Welt aus Holz. Die höchste der drei Besucherplattformen befindet sich auf 71 m. Zum Glück muss man die über 400 Stufen nicht erklimmen – bequemer geht es mit dem Lift. Besonders spektakulär: Über eine 25 km/h schnelle Rutsche kann man den Turm wieder verlassen. Diese Gelegenheit ließ sich Rainer natürlich nicht entgehen. Wer es noch abenteuerlicher mag, kann sich von 51 Metern Höhe mit der „Fly 100“ abseilen – allerdings fand sich dafür in unserer Gruppe kein Freiwilliger.

Mitten auf dem Turm erreichte uns eine Nachricht von der unten wartenden Moni: Stella hatte sich erneut übergeben. Damit stand das nächste Ziel fest – die Tierklinik in Klagenfurt. Dort erhielten wir leider eine ernüchternde Diagnose zu Stellas Gesundheitszustand. Moni und Rainer nutzten die Gelegenheit, sich noch etwas in Klagenfurt umzusehen, doch die Gedanken kreisten natürlich ständig um Stella.

Nach diesem Schock war für Susanne und Steff klar: Abbruch. Sie machten sich am nächsten Tag auf den Rückweg nach Stuttgart, um weitere Untersuchungen durchführen zu lassen.

Moni und Rainer hingegen planten über Nacht eine neue Route – ihr nächstes Ziel: Slowenien, die Terme Čatež, um dort erst einmal ein wenig zu entspannen.

Susanne, Moni, Steff, Stella und Rainer

Tschüss Susanne, Steff und Stella.

29. August: Terme Čatež

Moni und Rainer

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