Kurzinfo:
22.09. bis 04.10.2021 einmal rund um Island

Stopps:
Reykjavik (1 Nacht)
Vík (2 Nächte)
Höfn (2 Nächte)
Egilsstaðir (2 Nacht)
Myvattn (1 Nächte)
Akureyri (1 Nacht)
Reykholt(2 Nächte)
Reykjavik (1 Nacht)

Kilometer:
ca. 2500 Kilometer ohne Ausflüge

Auto:
Mercedes Vito 9-Sitzer mit Allrad und Automatikgetriebe

20.09. – große Vorfreude und ein wenig Bedenken. Immerhin hatten wir es geschafft uns auf Covid.is vorab Covid-gerecht anzumelden. Ergebnis: 5 x den wichtigen Barcode bekommen um ins Land zu gelangen.

21.09. – lustig geht’s weiter. Zusammen waren wir beim Antigentest im Testzentrum in Stuttgart. Ganz wichtig viele Stempel und zweisprachig, zumindest war das unsere Hoffnung. Immerhin sah es gut aus, unser Formular, und wir genossen noch einen Kaffee bei dem Gaby mal so alle Attraktionen (must see) auf unserem Weg präsentierte. Wow – da haben wir uns viel vorgenommen.

22.09. – es geht endlich los. Mit der Hoffnung nun gut vorbereitet zu starten, trafen wir zufällig alle zeitgleich am Hauptbahnhof ein und tranken erst einmal einen Kaffee, auch Butterbrezeln waren noch schnell besorgt und der Zug pünktlich am Gleis. Mit einer kleinen Verspätung ging es dann zum Flughafen in Frankfurt. Ruckzuck waren wir dann am Check-In, durch die Sicherheitskontrolle und beim Italiener am Flughafen.

Der Flug war sehr ruhig und Island empfing uns bei Sonnenschein und 5 Grad Celsius. Selbst mit dem Mietwagen ging es ziemlich flott. Wir bekamen einen zur Zeit der Abholung schneeweißen Mercedes Vito mit Allradantrieb und Automatik. Ein wirklich sehr großes Auto passend für uns Fünf und dem gesamten Gepäck. Immerhin werden wir wohl mehr Zeit im Vito, als in den Hotels verbringen.

Im Hotel Centerhotel Grandi in Reykjavik waren wir auch schnell eingecheckt und gleich ging es ab zum 600 Meter entfernten Sea Baron. Hier waren wir vor fünf Jahren das letzte Mal und es ist immer noch lecker in Reykjaviks Kultrestaurant (eher Imbiss). Hummersuppe, danach Fischspieß mit Kartoffeln – was sonst.

Eigentlich war genau jetzt der Punkt um ins Bett zu gehen. Nach deutscher Zeit ca. 22 Uhr (isländische Zeit 20 Uhr), aber wir wurden im Hotel gleich mit den Worten „Nordlichter, heute Abend!!!“ empfangen und es ging gleich, trotz super Parkplatz direkt vor dem Hotel, auf Tour. Ab an die Südküste, eine dunkle Stelle gesucht und gefunden und da waren sie auch schon die Nordlichter. Leider zwar in der Konkurrenz mit einem unglaublichen Vollmond (störend hell), aber trotzdem mit bloßem Auge gut sichtbar. Somit ein super Start auf Island. Nach 19 Stunden, ca. 3000 Kilometer und sehr müde ging es um 2 Uhr morgens ins Bett.

Zwei von unseren Zimmern waren in dem relativ neu gebauten Hotel richtig gut, bei Magda roch es aber ein wenig nach Kloake, leider. Das Frühstück glich alles wieder aus. Für isländische Verhältnisse war dies, bis auf den Kaffee, richtig gut und umfangreich.

Corona scheint es in Reykjavik nicht zu geben. Fast niemand trägt Masken und auch ansonsten ist Desinfektion eher kein Thema.

23.09. – irgendwie komisch, Abreisetag. Es ging gleich weiter nach Vík an der Südküste. Hier waren wir dann für zwei Nächte im Hotel Katla untergebracht. Das Wetter hatte sich inzwischen gedreht. Starker Regen und auf der Fahrt nach Vík kamen wir schon gleich in einen heftigen Schneefall. Die Landschaft und die Straße waren auf einmal weiß – Iceland zeigt uns sein anderes Gesicht und auf dem Weg gleich drei Höhepunkte (Seljalandsfoss, Skogafoss und der Black Beach).

Der Seljalandsfoss empfing uns mit Windböen um die 90 km/h und Regen. Es war lustig zuzuschauen, wie die Besucher mit ihren Regenjacken kämpften, wenigsten solange, bis wir aus dem Auto ausstiegen. Durch Wind und Regen „kämpften“ wir uns vom Parkplatz bis zum Wasserfall. Dieser entspringt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Der Vulkan unter dieser Eiskappe war derjenige, der 2010 ausbrach und in Flughäfen in ganz Europa Chaos anrichtete.

Die Kaskade des Wasserfalls ist relativ schmal, stürzt aber von einer hohen Klippe. Das auffälligste Merkmal des Seljalandsfosses ist ein Weg, der sich um ihn herum erstreckt. In den Klippen hinter dem Wasserschleier befindet sich eine große Höhle, die im Sommer eine vollständige Umrundung erlaubt. Bei unserem Besuch wäre es eher gewagt und durch die zusätzliche Gischt ein nasses und auch extrem rutschiges Vergnügen gewesen.

Ein paar Kilometer weiter der Skógafoss. Dieser Wasserfall fällt aus der gleichen Höhe, ungefähr 60 Meter, aber dafür in einer Breite von 25 Meter und obwohl er nicht umkreist werden kann, ist er viel mächtiger und mit der Legende des verborgenen Schatzes eines Riesens verbunden. Ein Höhepunkt sind die Regenbogen, die in der Gischt zu sehen sind. Mindestens einer ist es immer – nur halt nicht bei Sturm und Regen. Aus diesem Grund haben wir uns auch die steile Treppe zur Aussichtsplattform erspart und sind lieber ins warme, windlose und trockene Café zu Kaffee und Kuchen eingekehrt.
Und wieder ein paar Kilometer weiter – ganz kurz vor Vík: Der Strand Reynisfjara, er ist der berühmteste schwarze Sandstrand in Island und einer der bekanntesten in der ganzen Welt. Dies ist ein Ort wilder und dramatischer Schönheit, wo die donnernden Wellen des Atlantiks mit gewaltiger Kraft auf die Küste treffen. Im Jahre 1991 war Reynisfjara Teil der Liste der Top 10 nicht tropischen Strände auf der Erde und es ist sehr leicht zu sehen, warum er ausgewählt wurde! Uns empfing er mit noch mehr Wind, wir wurden fast umgepustet. Auch die harmlos aussehenden Wellen sind nicht zu unterschätzen, immer wieder gibt es hier schwere Unfälle oder gar Todesfälle durch leichtsinnige Touristen. Auch eine Episode von „Game of Thrones“ wurde hier gedreht. Wer da war, weiß es: Einfach eine perfekte Kulisse!

Nun waren es nur noch ein paar Minuten bis zu unserem Hotel und die Zimmer schnell bezogen. Hier gibt es Corona wieder. Man trägt Maske und am nächsten Morgen gab es das reichhaltige Frühstücksbuffet nur mit Handschuhen und Desinfektionsmittel.

24.09. – erstmal einkaufen gehen. Wir haben festgestellt, dass doch noch etwas fehlt. Also bei Icewear eingekleidet (Handschuhe, Mütze, wasserdichte Hose). Und das alles damit wir die erste gebuchte Tour über „Get your guide“ gut überstehen. Es ging es mit zwei Super-Jeeps in Richtung des Mýrdalsjökull-Gletschers am Vulkan Katla und der Eishöhle am Gletscher. Auf der Fahrt dorthin gab es viele Informationen über den Klimawandel, die Vulkane und die Gletscher auf Island. Direkt am Gletscher mussten wir uns erst einmal Eiskrallen über die Schuhe ziehen und Helme aufsetzten bevor es über das mit Vulkanasche bedeckte Eis geht. Unser Guide Sven war super nett, informativ und lustig. Ein Teil von uns fand ihn einfach umwerfend. Nach einem Fußmarsch von ca. 45 Minuten über den Gletscher kamen wir an der Höhle an, die aber eher enttäuschend war. Die Fahrt und der Weg samt Sven hatte das aber alles kompensiert.

25.09. – Die Fahrt von Vík nach Höfn bot eine Vielzahl von Fotostopps. Der Wasserfall „Skaftallsvegur“ war zumindest ein Stopp wert, zwar klein aber einfach schön. Ein zweiter Halt war am Gletscher Skaftafellsjökull. Vom Parkplatz aus ging es erst einmal ins Café im Informationszentrum bevor wir uns auf den ca. zwei Kilometer langen weg machten – sehr beeindruckend und faszinierend empfing uns die Gletscherzunge. Ein paar obligatorische Fotos später saßen wir wieder im Auto um zum Höhepunkt auf der Fahrt zu reisen: der Gletscher, Gletschersee, Eisberge und Robben am Jökulsarlon. Das haute uns alle um – Eisberge in allen Blaufarben schwammen vom See in Richtung Meer. Unglaubliche Bilder, unglaubliche Farben, ein wirklich einmaliges Erlebnis. Glücklicherweise hatte auch der Regen ein wenig nachgelassen, war aber seit Reykjavik unser Begleiter.

26.09. – Ein wenig ein Ruhetag, wir blieben noch eine zweite Nacht in Höfn. Wir wanderten noch zu einem Wasserfall in der Gegend und besuchten den roten Stuhl. Hier wurde einfach ein roter Stuhl mit Blick aufs Meer aufgestellt. Mit allen möglichen und unmöglichen Posen präsentieren sich Touristen von hier im Internet. Morgen geht es wieder weiter nach Egilsstaðir.

27.09. – weiter geht es nach Egilsstaðir. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, traten wir die Fahrt der rund 250 Kilometer an. Die wichtigste Neuigkeit: es hat gestern um 16 Uhr aufgehört zu regnen. Einfach so war blauer Himmel da und Nordlichter waren auch angesagt. Diese konnte, während wir alle im Bett lagen, Moni um 0:30 Uhr fotografieren. Frühstücken, ein letzter Blick auf die Gletscherzunge und los ging es. Erster Stopp: der rote Stuhl. An ihm kann man einfach nicht vorbeifahren. Nächster wichtiger Hinweis: wo andere Autos halten unbedingt auch stoppen. Hier kann man auch einfach direkt auf der „Autobahn“ – in unserem Fall die Ringstraße – stehen bleiben und aussteigen. Warum die Autos da standen, wussten wir nicht, aber wir sahen es gleich nach dem Ausseigen. Gewaltige Wellen brachen sich am Ufer und die Brandung schoss etliche Meter hoch. Einfach toll. Weiter folgten zwei kleinere, aber auch hübsche, Wasserfälle. Gefühlt Nummer 523 und 524, wenn nicht sogar mehr. Somit seid nicht böse, wenn wir diese nicht mehr namentlich erwähnen. Nach einem Schrei von Moni kam es erst zu einer Vollbremsung und dann zu einigen Metern Rückwärtsfahrt, auch das in Island eigentlich kein Problem. Grund: es aalten sich im Fotomodellstyle vier Robben direkt in Ufernähe auf ein paar Felsen. Wir konnten uns kaum vom Anblick losreisen. Immerhin ein anstehender Kaffeestopp in Breiðdalsvík veranlasste uns zur Weiterfahrt. Ein kleines, eigentlich unspektakuläres, Dörfchen mit immerhin einem Café, das gleichzeitig auch ein Tante Emmaladen ist, bot uns die Möglichkeit diesen zu genießen. Nun trennte uns nur noch ein Tal mit einer unglaublichen Kulisse an schneebedeckten Bergen und einem fast smaragdblauen Fluss von unserem Ziel. Dank Google Maps fuhren wir erst einmal falsch, aber dies war kein Problem. In der Rezeption ging dann alles schief. Zuerst war der Check-In um 16 Uhr, laut unseren Papieren 15 Uhr, dann bestellten wir für den Übergang fünf Cappuccino, wovon vier ankamen, um dann Richtung Zimmer zu gehen, wo die elektronischen Schlüssel nicht funktionierten. War richtig lustig, die Dame super nett, aber total überfordert mit uns. Das anschließende Abendessen im Hotel war allerdings hervorragend. Moni genoss noch den Hot Pool, sie liebt heißes Wasser mit Aussicht.

28.09. – nach dem bisher besten Frühstücksbuffet ging es bei starkem Wind und Schneefall weiter in Richtung Myvatn. Nur sehr weit kamen wir nicht. Die Anzeigetafeln besagten nichts Gutes und nachdem wir noch einen isländischen ADAC-Fahrer getroffen hatten, war klar, dass wir umkehren müssen. Alle Straßen, eigentlich geht nur eine dorthin, waren im Hochland gesperrt. Durch Schnee und Eis ist diese Region unpassierbar geworden. Also erst einmal die Reisehotline angerufen, die schickte uns wieder ins vorherige Hotel und es ging nach ca. 40 Kilometer Fahrt wieder zurück. Natur pur – genau so hatten wir es ja gewollt. Immerhin konnten wir uns freuen und am nächsten Morgen ein zweites Mal das leckere Frühstücksbuffet genießen. Einziger wirklich großer Wermutstropfen – die gebuchte Whale-Watching-Fahrt in Husavik mussten wir leider stornieren, dafür wurden wir in der Nacht noch einmal mit Nordlichtern belohnt.

29.09. – was für ein Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein sollten uns den Tag begleiten. Selbst die isländische Presse schrieb von einem Blizzard mit 155 km/h und ungewöhnlich frühem und starken Schneefall. Noch im Grünen gestartet, wurde es immer weißer auf der Fahrt. Wichtigster Hinweis für Islandreisende: Parkplatz mit Autos – unbedingt auch anhalten. Auf dem kommenden parkte sogar ein Bus, also raus und es gab wieder einen kleineren, dafür auch hübschen, Wasserfall am Wegesrand. Danach war es nur noch weiß, selbst die Straße war nur teilweise geräumt, aber immerhin wieder frei. Die beeindruckende Landschaft mit viel Schnee, hohen Bergen, tiefen Tälern bei blauem Himmel und einer tiefstehenden Sonne hatte uns sofort in ihren Bann gezogen. Einfach unbeschreiblich und wir stoppten noch ein paar Mal, nur um davon Fotos zu schießen. Langsam und bei -1,5 Grad Celcius näherten wir unserem Höhepunkt des Tages, dem Dettifoss, Islands kräftigster Wasserfall. Leider war der Weg vom Parkplatz bis zum Foss für die Verhältnisse lang (ca. 1,5 Kilometer) und sehr beschwerlich. So beschwerlich, dass ihn nur Andi und Rainer wagten. Durch tiefen Schnee mit abwechselndem Glatteis kamen wir dem Getöse, ein unglaublicher Krach, immer näher und wurden, nachdem wir schon die Gischt aufsteigen sahen, von dem Anblick augenblicklich erschlagen. Die Wassermassen stürzten sich mit Wucht in die Tiefe des engen Tales. Zurück am Auto waren wir durchgeschwitzt, durstig und total glücklich. Weiter ging es dann zu Namaskard, Hverir und Sulfic Smoker im Geothermalfeld Namafjall Hverir. Hier blubbert und stinkt es unglaublich. Schwefel und Dampfschwaden hängen in der Luft. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten. Letzter Punkt vor dem Checkin im Hotel waren die Trollfelsen. Der Sage nach feierten hier die Trolle bis zum Sonnenaufgang ein Fest. Die Sonne ließ sie dann zu Stein erstarren. In Wirklichkeit ist es ein Lavafeld mit vielen skurrilen Formen. Drei Rundwege führen hindurch, wir hatten uns für den kürzesten Entschieden, aber auch diesen konnten wir wegen Schnee und Eis nicht bis zum Ende laufen. Schon spät kamen wir immerhin rechtzeitig zu einem wirklich guten Abendessen, es gab Pulled Goose, im Hotel an.

30.09. – mit 78 Kilometer die kürzeste Strecke – es ging von Myvatn nach Akureyi. Zuerst aber spazierten wir vor der Abfahrt noch zu den direkt am Hotel gelegenen Pseudokratern im See. Hier floss die Lava in ein Sumpfgebiet und erzeugte lauter kleine runde Krater. Nach wenigen Klometern erreichten wir dann den Godafoss. Parkplatz nah am Wasserfall, Wege fast alle geräumt und somit kamen wir zu fünft am Wasserfall an. Kleiner als Dettifoss und Gulffoss, präsentierte er sich in der Winterlandschaft. Auch die Sonne kämpfte sich durch die Wolken und somit waren perfekte Fotos kein Problem. Und auf einmal waren wir viel zu früh in Akureyi und somit blieb nur eines übrig – ab in die Stadt. Zufällig parkten wir in der nähe der Whalewatching Station und gingen, warum auch immer, rein. Die heutige Tour war schon durch und morgen wäre die 9 Uhr Tour eigentlich für die lange Fahrt nach Reykholt sehr ungeschickt, zudem sollte es morgen wieder mal regnen. Die Dame am Schalter meinte: „Wollen Sie nicht heute fahren? Um 15 Uhr geht ein Boot.“ Die Überlegung dauerte keine fünf Sekunden und die Tickets waren gekauft. Die Zeit reichte für einen kleinen Stadtrundgang und Kaffee samt Kuchen. Das gewählte Boot hatte zum Glück auch einen überdachten und beheizten Bereich, waren es doch draußen um die 3 Grad. Auf der Fahrt blies draußen ein sehr kalter und starker Wind, somit zogen sich die Damen die bereitgestellten Overalls noch über ihre Kleidung. Wir hatten Glück, nach 45 Minuten Fahrt trafen wir auf einen Buckelwal, ziemlich aktiv, aber leider der einzige, den wir zu sehen bekommen sollten. Glücklich und viele Bilder reicher kamen wir drei Stunden später wieder am Hafen an und fuhren Richtung Hotel. War der Tag bis hierhin perfekt, so war das Hotel das Schlechteste unserer Reise. Gefreut hatten wir uns auch auf das Restaurant (berühmt für seine Lammspezialtäten), trotz telefonisch zugesagter Platzreservierung war das Restaurant geschlossen. Also wieder zurück in die ca. 15 Minuten entfernte City. Kaputt aber satt kamen wir wieder im Hotel an. Krönender Abschluss: Rainer schloss mit seinem Schlüssel das Zimmer von Gaby und Andi auf. Wir stellten fest, dass der Schlüssel auch ins andere Zimmer passte. Zum Glück gehören wir zusammen. Weiter geht es morgen nach Reykholt.

01.10. – die Fahrt nach Reykholt gestaltete sich anhand der gewählten Straßen länger als erwartet. Eigentlich fing alles mit einem Kaffee an. Nach ca. der halben Strecke – mit gutem Straßenbelag – meinte Rainer für den Fahrerwechsel ein Café aufsuchen zu müssen. Dies lag leider nicht direkt an der Straße und nach sieben Kilometer gab es Plörre aus der Kanne und keinen Cappuccino. Für Rainer blieb Hohn und Spott und für Andi nach ein paar Kilometern übelste Schotterpiste. Zur Krönung fand er noch kurz vor dem angepeilten Wasserfall eine Reitergruppe, die gemächlich über die Straße ritt. Immerhin der Wasserfall war recht hübsch. Anschließend war der nächste Stopp „Hvítserkur“, einer vom schwarzen Sandstrand aus sichtbare, 15 m hohe Basaltinsel in Gestalt eines Drachens oder Nashorns, nur über Schotterpisten erreichbar. Gut geschüttelt und mit einem komplett dreckigen Auto kamen wir dort an und wurden von einem eiskalten heftigen Wind empfangen. So toll fanden wir es dann auch nicht und nach kurzer Zeit ging es weiter ins Hotel. Zum Glück erwartete uns eins der besten Hotels auf unserer Reise, samt tollem Restaurant und einem Lamm-Menü. Nach einem Absacker ging es kugelrund ins Bett.

02.10. – Nach einem guten Frühstück ging es auf den Golden Circle und seinen drei großen Highlights (Thingvellir, Geysir und Gulfoss). Sie erwarteten uns noch zum Abschluss unserer Reise:

Thingvellir. Dieser Ort hat eine besondere Bedeutung für die Geschichte Islands. Hier, auf dem Thingplatz in der Nähe der Schlucht Almannagjá, wurde bereits um 930, also am Ende der Landnahme durch vor allem norwegische Wikinger, die traditionelle Versammlung Althing abgehalten, die sowohl gesetzgeberische als auch gerichtliche Funktion hatte. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt – nach denen in Griechenland und im Römischen Reich der Antike. Im Jahr 1000 wurde hier die Annahme des Christentums beschlossen.

Thingvellir liegt in einer Grabenbruchzone im Grenzbereich zweier tektonischer Platten. Europa und Amerika driften hier auseinander. Das Magma im Inneren der Erde drückt die Kontinente immer weiter auseinander und Island wächst so jedes Jahr um ca. 0,7 cm.

Geysir Strokkur: Der Geysir befindet sich neben dem nur noch selten ausbrechenden Großen Geysir im Heißwassertal Haukadalur. Seine Ausbrüche erfolgen regelmäßig im Abstand von ca. 10 Minuten und manchmal bis zu dreimal kurz hintereinander. Die kochende Wassersäule des Strokkur erreicht eine Höhe von 25 bis 35 Meter.

Gullfoss: Es ist für uns einer der oder eigentlich der schönste Wasserfall auf Island. Hier wurde auch Rainer im Jahr 2016 der Ehering von einem Troll gestohlen, zumindest seit dem Besuch dort ist er weg. Die Fallhöhe ist mit 11 und 25 Metern gar nicht so hoch, aber die Breite und die rechtwinklige Anordnung machen ihn doch irgendwie einzigartig.

Da der Weg dorthin uns wieder über Schotterpisten geführt hatte, entschlossen wir uns für einen Umweg und dafür auf asphaltierten Straßen zu fahren. Auch einen zwar ollen, aber noch funktionierenden und kostenlosen, Autowaschplatz fanden wir auf der Rückfahrt. Somit wurde unser Mietwagen wieder weiß. Am Abend landeten wir wieder im Hotelrestaurant – dies war kein Fehler.

03.10. – letzter Teil der Rundreise. Es ging wieder nach Reykjavik. Bereits am Anfang der Reise waren wir hier im Hotel Grandi untergebracht. Leider gab es dieses Mal Probleme. Anstatt drei waren nur zwei Zimmer für uns reserviert worden. Dieses Problem zu lösen dauerte leider eine Stunde. Immerhin blieb noch genug Zeit für einen Rundgang durch Reykjavik und einem Cappuccino in unserem Lieblingskaffee Babalu.

04.10. – Abflugtag und das Ende der Reise. Bis auf das unverschämte Frühstück im Hotel (ein Mini-Croissant und ein Kaffee) ging es Richtung Flughafen. Mietwagenabgabe und Einchecken gingen unerwartet schnell und wir ließen uns noch zu einem Frühstück am Flughafen nieder. Der Rest bis Stuttgart lief dann ganz rund und pünktlich landeten wir in Frankfurt, auch den reservierten Zug erreichten wir ohne Probleme.

Jede und noch so schöne Reise geht einmal zu Ende.

Gaby, Andi, Magda, Moni und Rainer

 

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