Zweisam – einsam. Erster Urlaub ohne Kinder.

Frankreich! – Frankreich? – Frankreich!!! Nachdem bis kurz vor Abfahrt Moni noch nach Schweden wollte, aber keine günstige Fähre fand, weitere Alternativen auch nicht so gezündet haben, bleibt es nun bei Frankreich. Am letzten Arbeitstag zu müde für eine Abfahrt verlegten wir diese auf den nächsten Morgen, sehr zur „Freude“ für Thomas, der schon Party, Party, Party plante. Kurz entschlossen ging es daraufhin nach Zürich. Hier wohnen Bettina und Andrew mit ihren Kindern und somit begann also unser erster Urlaubstag mit Kindern, obwohl von unseren keines mehr mitwollte bzw. konnte. Mit Glück landeten wir auf einem Campingplatz direkt in Zürich und direkt am See. Mit 52 EUR die Nacht auch gleich ziemlich teuer – egal. Nach einem Bad im See ging es dann zu Bettina, die wir am Morgen noch kurz über unser Kommen informierten. Mit einem leckeren Pfifferling-Risotto und ein paar Gläschen Rotwein, fielen wir nachts dann ins Bett und fuhren am nächsten Morgen auch gleich weiter nach Annecy, dass letztes Jahr eine traurige Berühmtheit erlangte mit dem sogenannten Alpenmord (Vierfachmord an einer britischen Familie). Auf dem Weg dorthin passierten wir den Mont Sion, auf dem das Dörfchen des französischen Weihnachtsmanns (Père Noel) liegt. Dort kann man sich das ganze Jahr mit Weihnachten beschäftigen …

Auch hier am Lac d‘Annecy war es noch richtig voll und wir kamen erst beim zweiten Campingplatz unter (http://www.campinglesolitaire.com). Dieser war aber die bessere Wahl und auch direkt am See gelegen. Nachts mit 13 Grad schön angenehm, kommt man hier am Tag auf über 30 Grad, allerdings immer mit einem leichten und kühlen Wind – sehr angenehm.

Am nächsten Tag besuchten wir Albertville und waren überrascht, dass die Stadt auf nur 300 m über Null liegt. Immerhin geht aber das Stadtgebiet bis auf 2300 m. 1992 fanden hier nämlich die Olympischen Winterspiele statt. Partnerstadt ist übrigens Winnenden – dies dürfte den meisten bekannt sein (Amoklauf Albertville-Realschule in Winnenden). Wir waren dafür hier in der Rue du Winnenden – direkt an der alten Olympiahalle. Das angrenzende Olympia-Skigebiet ist mit 600 km Skipisten das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt. Die Rückfahrt führte uns über den Col de Tamié (1200 m), auch schon Strecke der Tour de France, zu einer Klosteranlage (http://www.abbaye-tamie.com) in deren Hofladen wir durch Kauf von Käse, Keksen und Saft die Mönche sehr unterstützten.

4810 m – höchster Berg Europas: der Mont Blanc. Chamonix am Fuße des Mont Blanc war heute unser Ziel und wir waren erstaunt, dass wir erst nach 30 Minuten einen Parkplatz fanden. Das Städtchen war bis zum Bersten voll. Für eine Gondelfahrt auf 3842 m zu dünn angezogen, schlenderten wir durch die Stadt – immer mit Blick auf das Mont Blanc Massiv und des Gletschers. Dahinter Italien und über den Grenzverlauf wird auch schon seit Jahrzehnten gestritten. Italien möchte die Grenze direkt am Gipfel haben und die Franzosen eher ein Stück dahinter, damit der höchste Berg nur in Frankreich liegt. Verbunden mit dem Mont Blanc Tunnel ist man aber in kurzer Zeit in Italien. Da die einfache Fahrt 40 EUR kostet, blieben wir aber auf der französischen Seite.

Nun ist für Morgen ein Ruhetag angesagt bevor es dann weiter nach Avignon geht.

Avignon und endlich „la mer“

In Avignon (http://de.wikipedia.org/wiki/Avignon) standen wir genau gegenüber der historischen Altstadt mit dem Papstpalast und den berühmten Brückenresten der Pont Saint-Bénezet auf dem Campingplatz Bagatelle (www.campingbagatelle.com) auf der größten Binnenwasserinsel von Frankreich der Ile de la Barthelasse. Typisch: ein Stadtcampingplatz, überraschend voll mit Italienern, aber genial die Lage des Platzes. Zu Fuß waren es keine 10 Minuten in die Altstadt. Nach einem Kaffee liefen wir auch gleich zum Papstpalast (von 1309 bis 1423 Papstsitz) und anschließend fuhren wir mit dem Touristenbähnle durch die komplette Altstadt und ließen den Abend auf dem Terrassenrestaurant des Campingplatzes ausklingen. Sehr romantisch war, dass nach und nach die Altstadt beleuchtet wurde und wir daher nach dem Essen noch eine Weile am Flussufer den Ausblick genossen.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns für einen Ausflug nach Villeneuve-lès-Avignon (http://de.wikipedia.org/wiki/Villeneuve-l%C3%A8s-Avignon) und Châteauneuf-du-Pape (http://de.wikipedia.org/wiki/Chateauneuf-du-Pape). Das fast 1000 Jahre alte Villeneuve-lès-Avignon ist auch heute noch von sehr viel historischer Bausubstanz geprägt und man fühlt sich wie im Mittelalter. In Châteauneuf-du-Pape kann man eigentlich außer einer sehr heruntergekommen Ruine nur eines: Wein kaufen. Dies taten wir dann auch als Abschluss unserer Tage in Avignon.

Nun aber Schluss mit Land – weiter fuhren wir ans Meer an einen Ort an dem wir vor 17 Jahren das letzte Mal waren: Saintes Maries de la Mer. Damals im gewonnen Wohnmobil von Radio7. Moni schwanger und Sebastian mit Windpocken. Das einzige, das wir auf Anhieb wiedererkannten, war die Stierkampfarena und ein Ausflugsboot mit dem Namen „Tiki III“, das zur Fahrten in die Camargue und den „wilden“ Stieren einlud.

Auf dem Campingplatz „Sunêlia Le Clos du Rhône“ fanden wir auch gleich einen Stellplatz und hatten somit Zugang zum Strand und zum Pool – also war Badetag angesagt (www.sunelia.com/de/espace_sunelia/frankreich/bouches-du-rhone/fiche-camping/le-clos-du-rhone-59).

Auf Grund eines Sonnenbrandes vom Badetag, Moni leuchtete auch nachts, bevorzugten wir heute aber eher eine „Indoor“ Attraktion und besuchten das Hai-Aquarium von Le Grau du Roi. Ganz nett – aber kein Muss. Barcelona und Lissabon waren viel größer. Alles in allem war es aber nett gemacht und hatte immerhin drei große Becken – eines für große Haie, eines für Seerobben und eines für kleinere Haie und einer Meeresschildkröte. Weiter fuhren wir dann nach Aigues-Mortes (de.wikipedia.org/wiki/Aigues-Mortes) und das war dann der Hammer. Eine große Mittelalterstadt mit einer immer noch intakten 1,6 Kilometer langen Wehrmauer und zahlreichen Türmen (siehe Luftbild http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aigues_mortes_vu_du_ciel_1.jpg). Auch dort nahmen wir das obligatorische Touristenzügle und ließen uns die Stadt zeigen. Dummerweise versandete das Meer vor der Stadt nach und nach. Jetzt steht die eigentliche Hafenstadt mitten im Land.

Danach machten wir noch einen Abstecher zu den Salins du midi (www.salins.com), wo u.a. das Salz für die Marke „Baleine“ geerntet wird. Auch dort gibt es ein Touristenzügle in die Anlagen hinein. Interessant zu sehen …
Erwähnenswert war noch: kaum Mücken und das für eine Gegend die so viele haben soll.

Morgen geht es nun nach Cassis. Nach Empfehlung von Hermann soll es da ein tolles und günstiges Restaurant geben das Fleur de Thyme (www.fleursdethym.com).

Marseille, Cassis und Fréjus

Wikipedia: „Marseille ist die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt“ und wenn einem das NAVI im Stich lässt und man mit beinahe 4 Tonnen und 2,30m Breite durch enge Altstadteinbahnstraßen steil bergauf geleitet wird, am Gipfel noch durch einen Markt durch muss, vorher noch auf einer nur für Linienbusse zugelassenen Straße landete, dann ist Marseille wie jedes kleine Küstenfischerdorf – sau eng. Aber wir sind heil und relativ schnell durchgekommen. Vielleicht hätte man dem NAVI vorher nicht den Befehl geben sollen „Gebührenpflichtige Straßen vermeiden“ – wer weiß.

Belohnt wurden wir aber mit einem zentrumsnahen, wirklich sehr netten, Campingplatz „Camping les Cigales“ (www.campingcassis.com). Freies Internet und die Werbung „keine Mobilhomes“ sind für Frankreich sehr erwähnenswert. Immerhin ist er wohl dafür auch in keinem Campingführer gelistet, aber jeden Tag ab mittags voll. Wir hatten Glück und einen riesigen Stellplatz mit Schatten bekommen. Der einzige Lärm ist ein natürlicher. Wie der Name des Platzes schon sagt „Cigales“ auf deutsch Zirkaden. Mit nur 15 Minuten bis zum Hafen ist der Platz für Cassis ebenfalls traumhaft gelegen. Allerdings zurück dauert es ein wenig länger, denn es geht steil bergauf.

Nach einer Orientierungsrunde am Abend im Hafen erkundeten wir am nächsten Tag die „Route des Cretes“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Corniche_des_Cr%C3%AAtes) von La Ciotat nach Cassis. Für die 15 Kilometer sollte man 1 bis 2 Stunden einplanen. Traumhafte Aussichtspunkte auf die steile Felsenküste, die beiden Hafenstädte und das Massif des Calanques (http://de.wikipedia.org/wiki/Calanque) sind der Lohn dafür.

Nach der beeindruckenden Landschaft ging es Essen (Danke Hermann für den Tipp) ins Fleurs de Thyme (www.fleursdethym.com). Zu klein für einen „Stern des Michelin“, aber immerhin ein von Michelin empfohlenes Lokal und mit einem sehr, sehr guten Menu und gutem Wein. Etwas schwieriger gestaltete sich aber der Heimweg. Die Taxis in Cassis stellen um 20 Uhr ihre Fahrten ein. Mit der Begründung, es gäbe ja noch einen Bus, der das ganze Örtchen bedient Leider stellt der aber seinen Dienst um 21 Uhr ein … Das Ende vom Lied: Gut gegessen und danach den Berg herauf gekämpft. Hat auch Vorteile: Die Kalorien setzen nicht an.

Fazit: Warum wir bisher die Ecke zwischen Marseille und Toulon gemieden hatten – keine Ahnung, aber es ist auch hier wunderschön.

Nach zwei Nächten zog es uns dann weiter. Wir haben uns einen schönen ***** Sterne Campingplatz mit einer riesigen Badelandschaft (www.labaume-lapalmeraie.com) in Fréjus ausgesucht. Wenn man will, kann man fast rund um die Uhr die Animation genießen – oder es ruhig angehen lassen. Immerhin kostet uns der Platz dank ACSI nur 16 EUR am Tag. Moni geht täglich ihre 1000 Meter schwimmen und Rainer genießt die Ruhe beim Lesen. Einziger Nachteil: Wifi ist sehr teuer und nur an wenigen Lokalitäten auf dem Platz verfügbar. Beim 2 Kilometer entfernten McD ist es dafür umsonst.

Fréjus und Schluss

Ein ***** Sterne Campingplatz mit einer riesigen Badelandschaft (www.labaume-lapalmeraie.com) bedeutet auch: essen, schlafen, schwimmen, trinken, einkaufen, lesen, Wassergymnastik, Animation usw. und die Tage gingen schnell vorbei.

Für die Rückfahrt wollten wir uns viel Zeit lassen und fuhren somit gemütlich am Mittwoch von der Küste in Richtung Stuttgart. Beide für einen Zwischenstopp ausgesuchten Campingplätze waren direkt an einem Fluss und sehr ruhig gelegen. Der erste Stopp war Nähe Orange (http://camping-genets-dor.com) und der Zweite in der Nähe von Dole im französischen Jura, Camping La Plage Blanche (www.la-plage-blanche.com) und somit immer im 300 Kilometer Abstand.

Die letzten zwei Nächte verbrachten wir noch in Lenzkirch (Hochschwarzwald) in der Nähe vom Schluchsee. Der Campingplatz Kreuzhof (www.camping-kreuzhof.de) gehört einer Brauerei und somit waren Bier und Essen kein Problem. Gleich zwei Wirtschaften gehören zum Gelände. Nächste positive Überraschung war die vom Campingplatz überreichte Schwarzwald Konus Card (www.schwarzwald-tourismus.info/Service/konus). Alle öffentlichen Verkehrsmittel, Schwimmbäder und Attraktionen gewähren damit meist freien Eintritt bzw. eine deutliche Reduzierung des normalen Preises. Somit fuhren wir mit der Feldbergbahn auf den Feldberg und mit einem Ausflugsbötchen über den Schluchsee.

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