Camping Claussensee

Freitag, 14. August gings los. Wie immer hatten wir uns einen Campingplatz ausgesucht, der nicht allzu weit entfernt lag, um gemütlich in den Urlaub zu starten. Mitten im Pfälzer Wald, südlich von Kaiserslautern liegt der Campingplatz Clausensee ruhig an einem Badesee im Tal umgeben von grünen Tannen und Sandsteinformationen. Die Anfahrt war schon sehr sehenswert. Nach dem Aufstellen und dem obligatorischen Kaffee, besuchten Susanne und Moni das Strandbad. Das Seewasser war überraschend frisch. Abends besuchten wir dann das Restaurant am See – sehr große Portionen, gut bürgerlich zu sehr fairen Preisen. Nach einer ruhigen Nacht ging es am nächsten Tag schon weiter nach Luxemburg.

Camping Luxemburg

Samstag, 15. August: Der Campingplatz in Luxemburg Stadt liegt in der Nähe des Stadions (Stade de Luxembourg) und ist gut mit den Öffentlichen in die City angebunden, diese sind übrigens in ganz Luxemburg kostenlos – egal ob Bus, Straßenbahn oder Zug. Abends bauten wir noch den Beamer auf, um den vorletzten Tag der Leichtathletik WM zu verfolgen.

Sonntag, 16. August: Der Bus brachte uns direkt ins Zentrum und auf eine der Einkaufsstraßen. Am Place d‘Armes angekommen empfing uns gleich eine Bigband mit schwungvoller Musik. Und nach der Nationalhymne ging es mit „We will rock you“ von Queen weiter und für uns ging es beschwingt zum Place Guillaume II. Nach einer kurzen Stärkung und vor allem was zum Trinken beim Burger King, andere Alternativen waren uns gelinde gesagt zu teuer, ging es mit dem Panoramaaufzug hinunter ins Pfaffenthal mit Blick auf die Bock-Kasematten. Wieder oben angekommen orientierten wir uns Richtung Sightseeing-Zügle, um noch den Rest zu erkunden. Platt kamen wir am Abend nach Hause und verbrachten den zweiten Abend noch vor dem TV. Der letzte Tag der Leichtathletik-WM war sehenswert! Der Beamer hat seine Mitnahme voll gerechtfertigt.

Zu Luxemburg sei noch gesagt, dass hier uns die Gastronomiepreise ganz schön erstaunt haben. Cordon Bleu 49,90 Euro, Pizza und Pasta von 17 bis 29 EUR. Zum Glück konnten wir immer super lecker selber kochen. Weiter hat uns überrascht, wie viele Läden geschlossen hatten und wie wenig Menschen man gesehen hat. Alles war wie ausgestorben, ob es an den Luxemburgischen Schulferien lag? Wir wissen es nicht.

Montag, 17. August: Heute ging es in Luxemburg aufs Land in die Luxemburgische Schweiz und zuerst nach Echternach.

Hier besichtigten wird die Sankt-Willibrord-Basilika mit dem Grabmal von Willibrord, dem Patron von Luxemburg. Weiter ging es durch die historische Stadt mit einem Stopp in einem Café.

Von hier aus führte uns der Weg zum Müllerthal in der Luxemburgischen Schweiz. Dicht bewaldet und mit unzähligen Sandsteinformationen, als Felsspalte oder als Felsenthron, einfach sehr beeindruckend und auf jeden Fall ein Besuch wert. Ein paar Meter weiter die Heringer Millen, die aber leider keinen Mühlenbetrieb mehr hat. Ca. 900 Meter weiter wurde noch der angeschriebene Wasserfall von uns erkundet.

Danach ging es zurück nach Echternach zum Tanken und anschließend nach Deutschland um bei ALDI noch für ein paar Tage einzukaufen.

 

 

 

 

 

 

Dinant

Dienstag, 18. August: Belgien und hier der erste Stopp in Dinant. Hier stieß unsere Kölner Freundin Ellen zu uns dazu. Ab jetzt sind wir also zu Fünft unterwegs. Der Campingplatz Villatoile hatte eine 3 Kilometer lange und extrem schmale Zufahrt. Zum Glück kam uns tatsächlich nur an der breitesten Stelle ein Wohnmobil entgegen. Begrüßt wurden wir von freilaufenden Hühnern, Pferden und einem Esel. Auch dieser Platz war extrem ruhig und irgendwie urig.

Mittwoch, 19. August: Dinand – hier waren wir gespannt, was uns erwartet. In verschiedenen Foren als Geheimtipp angepriesen und wir meinen zurecht. Zu unserer Überraschung erfuhren wir erst in der Stadt das hier Alphonse Sax das Saxophon erfunden hatte. Ein kleines „Museum“ wurde ihm hier gewidmet und überall stehen menschengroße, bunt bemalte, Saxophone in der Stadt. Nach dem obligatorischen Besuch der örtlichen Kirche, der Collégiale Notre-Dame, die sehr gewagt an der Felswand gebaut wurde, ging es hoch hinaus auf die Festung Citadelle de Dinant von der wir einen tollen Blick auf Dinant und dem Maastal werfen konnten. Zudem gab es hier ein tolles Museum mit einer innovativen Führung via Pads. Hier wurde uns die Zeit um 1815 erklärt, zum Teil mit animierten Filmchen. Beim Sturm der französischen Armee auf die von Deutschen besetzten Citadelle im 1. Weltkrieg wurde hier übrigens Leutnant Charles de Gaulle verwundet, während seine Kompanie zum großen Teil ums Leben kam.

Einem weiteren Tipp folgend besuchten wir Namur – eine wunderschöne Strecke an der Maas entlang. Allerdings waren wir bereits hungrig und das Parkhaus war extrem eng, Susanne hat uns souverän an jeder Wand und um jede Ecke sicher rein und raus gebracht. Dann ging es noch mit der Seilbahn zur dortigen Befestigung hinauf, sogar mit und eigentlich wegen Moni, aber toll war es da oben nicht und mit Rainers Kohlehydrat-Defizit und seiner Laune war eh nichts mehr schön. Nach Hamburgern und belgischen Fritten – Rainer war glücklich – wieder unten in der Stadt reichte es immerhin für einen kurzen Spaziergang zum Belfried, einem 20 Meter hohen Turm, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Dann allerdings kam der Regen und wir wollten nur noch zum Campingplatz. Unser Fazit: Dinant hat uns viel besser gefallen.

Brüssel und Umgebung

20. August: Nächster Stopp – Brüssel. Schnell war der nächste Campingplatz erreicht. Der Camping Druivenland hatte noch Platz und liegt vor den Toren Brüssels in der Nähe von Waterloo. Hier kamen wir in der Mittagspause an, Aber das ist kein Problem für erfahrene Camper wie wir es sind.

 

21. August: Waterloo. Eigentlich wollten wir da nur mal kurz hinfahren, hatten wenig erwartet, aber wir wurden positiv überrascht. Insgesamt ist hier eine sehr schöne Anlage entstanden. Das Museum zeigt viele Facetten der Schlacht vom 18. Juni 1815, die tatsächlich nur einen Tag andauerte, aber in die Geschichte einging. Sie war selbst für das 19. Jahrhundert äußerst brutal und es gab über 50.000 Tote und Verwundete. Beeindruckend war dann noch ein 4 D Film über die Schlacht. Insgesamt gab es viele Animationen im Museum, z. B. animierte historische Gemälde, also Bilder, die sich bewegten.

Nachdem Museum ging es auf den Löwenhügel, eine Gedenkstätte für dem Prinz von Oranien, der hier verletzt wurde, die das Schlachtfeld überragt und das wir über 226 Stufen erklommen. Da kann einem dann schon mal auf dem Weg auf die Plattform in 40 Meter Höhe die Puste ausgehen. Der Ausblick hat uns aber belohnt.

Der Ausklang bildete ein Panorama, das in einer historischen Rotunde im neoklassizistischen Stil untergebracht ist. Hier wurde ein 360 Grad Bild der Schlacht gemalt und man kann sich nochmal einen Überblick verschaffen.

Mit einem Käffchen im dortigen Restaurant schlossen wir den Tag ab, der so besichtigungsintensiv und lehrreich eigentlich gar nicht geplant war.

22. August: Brüssel mit den Zielen Marktplatz, Manneken Pis und natürlich dem Atomium. Da Steffs Knie operiert sind und er wieder besser laufen kann, nahmen wir zum ersten Mal im Urlaub einen P&R Parkplatz und ein Tagesticket. Die Parkknappheit auf dem P&R war im Internet schon angekündigt, aber mit Glück war genau noch ein Parkplatz frei und wir waren von dort schnell am Hauptbahnhof, der nur wenige Meter weg vom Marktplatz bzw. dem Grote Markt liegt. Mit dem gotischen Rathaus und seiner geschlossenen gotischen Häuserfront ist es ein sehr imposanter Platz und zurecht aufgenommen als UNESCO Weltkulturerbe. Wir standen wie die anderen Touristen erst einmal da, drehten uns um die eigene Achse und staunten.

Danach ging es weiter, keine 300 Meter steht, in einer Hausecke ein wenig versteckt, Manneken Pis. Leider ist es irgendwie gerade Trend, ihm Klamotten anzuziehen. Für seine Kleider gibt es sogar ein Museum. nackt pinkeln ist wohl nimmer. Es gibt im Internet sogar einen Plan zum Nachschauen, wer ihn wann mit was anziehen darf.

Nun kam noch ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt und dann kam der kleine Hunger. Den belgischen Waffeln konnten und wollten wir nicht entkommen. Ein guter Zeitpunkt, da kurz nach der Bestellung ein Wolkenbruch kam. Danach waren wir gesättigt und das Wetter wieder trocken und schön.

Weiter ging es zum Atomium. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in 40 Minuten von der Innenstadt aus gut zu erreichen. Das für die Weltausstellung EXPO 58 erbaute Gebäude ist bis heute beeindruckend. 102 Meter hoch und mit mehreren damaligen Rekorden, wie z. B. die längste Rolltreppe und der schnellste Aufzug. Das 165-milliardenfach vergrößerte Eisenkristall besteht aus neun Kugeln, die jeweils einen Durchmesser von 18 Metern haben und mit Röhren verbunden sind. Es sind allerdings nur 4 Kugeln mit Ausstellungen und Kunstinstallationen für Besucher geöffnet. Hier erhielten wir relativ schnell einen Zutritt, ganz anders für die oberste Kugel. In diese kommt man nur mit einem Aufzug und die Schlange war lang. Fast eine Stunde standen wir an, bis es endlich nach oben ging. Lohnenswert war es aber eher nicht. Immerhin konnten wir Brüssel von oben sehen. Mit platten Füßen fuhren wir mit der Metro zurück zum Auto und dann zum Campingplatz.

23. August – Leuven oder passend zum ersten Tag unser persönliches Waterloo. Die 30 Minuten entfernte Stadt sollte der Abschluss im Großraum Brüssel werden.

Allerdings hatten wir keine Chance sie zu besichtigen. Wir fuhren eine Stunde auf dem äußeren Ring, hinein kamen wir aber nicht. Wegen eines Radrennens war absolut alles abgesperrt und kein Weg führte hinein in die Stadt. Wir gaben auf und fuhren wieder zurück zu Campingplatz.

Schade, aber dann müssen wir halt irgendwann nochmal in die Gegend fahren.

De Haan

24. August. Ab ans Meer nach De Haan. Der Campingplatz Esmeralda hatte uns zuerst ein wenig abgeschreckt. Groß und irgendwie ein wenig schmuddelig. Passte dann aber schon, er liegt immerhin an einem genialen Strand, hat einen Pommes- und Pizzaautomat und ein wirklich tolles Bistro. Der Strand: groß und leer – dies genossen wir gleich am ersten Tag. Rainer mit Laufen und die Mädels als Strandtag mit Füßen im Wasser

25. August. Strandlaufen bis De Haan war angesagt. Das Wetter top und der Ausklang in De Haan in einem Bistro. Auch auf dem Campingplatz besuchten wir das Bistro. Die Karte auf belgisch brachte uns mehrfach zum Lachen, nachdem wir die Google Übersetzungen lasen. Das Essen überraschte dann umso mehr. Höhepunkt war für Susanne und Rainer ein Steak auf heißem Stein zum Selberbraten am Tisch. Moni hatte ihre geliebten Muscheln und Steff die sicherste Variante der Bestellung: einen Hamburger.

26. August. Nach anderthalb Tagen Ruhe und gut erholt ging es ins 30 Minuten entfernte Brügge. Wir hatten ein perfektes Parkhaus gewählt: günstig und direkt im Zentrum. Nach wenigen Metern erreichten wir den großen Markt, das historische und lebendige Zentrum der Altstadt von Brügge. Ähnlich wie in Brüssel stehen hier viele historische Häuser – ein sehr beeindruckender Anblick, das Fotomotiv wurde nur vom Marktbetrieb gestört. Wir orientierten uns, vorbei an Cafés, Schokoladenläden weiter zu den Kanälen, eine Kanalfahrt ein „Muss“ in Brügge. Nach einer sehr informativen Rundfahrt gab es erst einmal was direkt vor der Kirche „Onze-Lieve-Vrouwekerk“ zu trinken. Hier wollten wir die Statue „Die Madonna“ von Michelangelo bestaunen – leider kamen wir ihr nicht nahe genug. Die halbe Kirche wurde abgeschottet und als Museum ausgewiesen. Der Eintritt war es uns dann doch nicht wert.

Immerhin konnte Rainer seine Ducktella kaufen. Eine Quietscheente in der Form eines Nutella-Glases.

Vorbei an weiteren Schokoladenmanufakturen, blieben wir noch an einem Bonbonhersteller hängen. Hier wurden vor den Kunden live Zuckermassen erhitzt, gestreckt, gedehnt und schließlich Bonbons gemacht. Ein Sauerteig Roggenbrot lief uns dann auch noch zu. „Voll“ beladen fuhren wir zurück zum Campingplatz.

27. August. „Bähnle“ fahren – es ging mit der Küstenbahn nach Zeebrugge. Die Küstenbahn verläuft von De Panne an der französischen Grenze bis Knokke an der holländischen Grenze. Nur unser ausgewähltes Ziel war eine große Enttäuschung. Man sah nicht viel. Das, was man sah, war hässlich und die Aussichtspunkte nach Google im abgesperrten Hafengebiet. Immerhin fanden wir dann in Heist noch eine Bar am Strand mit Tapas und kühlen Getränken.

28. August. Ein wenig einkaufen, tanken, spielen und abends ins Campingrestaurant mit Steak auf heißem Stein, Muscheln und hervorragenden Rippchen und schon war der Tag vorbei.

 

Niederlande – Kinderdijk und Gouda

29. August. Tschüss Belgien, Tschüss Ellen, Willkommen Holland – Der knapp 70 Kilometer entfernte Campingplatz Kijkduin bei Den Haag war das nächste Ziel. In Amsterdam war noch alles voll und wir mussten für 2 Nächte noch einen Zwischenstopp einlegen, da Susanne noch Windmühlen sehen wollte und wenn Windmühlen, dann richtig. Oder doch nicht? Genau genommen waren es in unserem Fall Windpumpen.

30. August. Kinderdijk – hier stehen 19 historische Windmühlen (-pumpen) und ist auch der Fotopoint für alle Hollandkataloge und somit einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Sie wurden im 18. Jahrhundert erbaut und gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Ihre Aufgabe war es tieferliegende Felder über mehrere Etagen zu entwässern und das Wasser im Fluss Lek abzuführen. Heute übernehmen dies Diesel- und Elektropumpen.
Mit dem Boot ging es erstmal an allen Mühlen vorbei und wieder zurück zum Visitorcenter. Hier konnten wir schon einmal dutzende von Fotos schießen. Weiter ging es dann zu Fuß zu zwei Museumswindpumpen. Diese konnte man auch innen besichtigen und es war schon beeindruckend, wie eng und laut es hier zuging.

Nicht genug von holländischen Sehenswürdigkeiten fuhren wir noch ins nahe und eigentlich fast auf dem Rückweg liegende Gouda. Hier besuchten wir die Gouda-Experience um wirklich alles über den Gouda-Käse zu lernen, zudem musste aktiv ein Fragebogen/Quiz ausgefüllt werden. Danach wurde uns bescheinigt, dass wir Käsemeister sind und zur Belohnung gab es eine sehr übersichtliche Verkostung von fünf verschiedenen Sorten.

Selbstverständlich haben wir unseren 10 %-Gutschein im angrenzenden Shop noch eingelöst und können uns so beim Frühstück und Vesper noch an dem leckeren Käse erfreuen.

Hungrig zogen wir noch in die Innenstadt und gingen beim Italiener essen – lecker wars und knoblauchlastig.

Amsterdam

31. August. Nachdem Abbau trennten uns nur wenige Kilometer vom nächsten Ziel. Camping Zeeburg in Amsterdam. Eine Empfehlung von Eric – eine sehr gute dazu. Ein wirklich idyllisch gelegener Stadtcamping.

1. September. Amsterdam. Wahnsinn, sehr sehr viele Fahrradfahrer, die so ziemlich auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen, aber von Anfang an. Der Campingplatz lag super günstig zur Straßenbahn (Haltestelle Flevopark), über eine Brücke hinweg, nur 15 Gehminuten vom Campingplatz entfernt, und es kam auch gleich Eine. Unser erstes Ziel der Hauptbahnhof, von dort aus fuhren die Boote der Grachtenrundfahrten (offen, geschlossen, all you can drink or smoke, Privatfahrten) los und auch hier hatten wir kaum Wartezeit. Die einstündige Rundfahrt mit einem überdachten Boot informierte uns ausgiebig über die Geschichte und Besonderheiten von Amsterdam.

Weiter ging es Richtung Innenstadt, dank Tagesticket der Amsterdamer Verkehrsbetriebe, konnten wir eine Station mit der Bahn fahren. Der Königspalast, das Magna Plaza – ein edles Kaufhaus – und die Innenstadt waren von der Haltestelle Dam gut zu erreichen. Danach ging es weiter zum Kleinen Gartmanplantsoen Platz und wir genossen auf dem schönen Platz den üblichen Cappuccino. Auf einmal strahlte Steff – diagonal gegenüber ein Apple Store. Also ab und hinein.

Danach besuchten wir noch das Anne-Frank-Haus, aber nur von außen. Wir waren eh schon platt und hatten uns auch im Vorfeld keine Zeittickets organisiert.

Fertig ging es auf den Campingplatz – natürlich mit qualmenden Füßen. Und immer noch geflasht von den irren Fahrradfahrern – so richtig abgeholt hat uns Amsterdam nicht. Das Stadtbild ist zwar wunderschön, aber eigentlich immer das gleiche – der Baustil der Häuser, Grachten und unzählige abgestellte Fahrräder.

Anmerkung am Rande: Moni ist seit heute Rentnerin! Plant aber vorläufig ganz normal weiterzuarbeiten.

2. September. Am zweiten Tag ging es in Amsterdam erst einmal in den Zoo, dieser lohnt aber eher nicht. Danach verdrückten sich die Mädels ins van Gogh-Museum. Dank des Audioguides haben die beiden richtig was gelernt über van Goghs Leben. Die wichtigsten Werke wurden ausführlich erläutert und der impressionistische Pinselstrich und die komplementäre Farbwahl sind den beiden nun bekannt. Steff und Rainer gingen Einkaufen, dabei wurden sie auch noch Zeugen von einem kleineren Fahrradunfall. Ist aber nichts Schlimmes passiert, nur die Zufahrt zum Campingplatz war ein wenig blockiert.

Groote Keeten

3. September. Von Amsterdam ging es an der Küste entlang auf den Campingplatz Vakantipark Callasande. Er liegt in Groote Keeten, was irgendwie ein wenig an die Band TRIO erinnert, immerhin hinterm Deich standen wir hier auch. Bei noch trockenem Wetter besuchten wir noch den riesigen Strand und bestaunten die vielen Kitesurfer.

4. September. Eine suboptimale Nacht bei Sturm, die Wohnwagen schwankten trotz Stützen um die Wette. Böen bis 70 km/h hatten ja genug Angriffsfläche. Frühstücken konnten wir bei starkem Wind noch draußen und dann kam der Regen. Ein richtiges „Schietwetter“. Wir starteten aber trotzdem einen Ausflug nach „Den Helder“, dem Fährhafen auf die Insel Texel. Sightseeing by Car – mal was anderes, wobei wir immerhin noch einen kleinen Spaziergang durchs Zentrum einigermaßen trocken absolvieren konnten, auf dem Weg zum Parkplatz gings dann aber los. Noch schnell mit dem Auto zum Aussichtspunkt „Kaaphoofd“ und den letzten Blick auf die Nordsee. Susanne hat vor lauter Seitenwind kaum die Autotür öffnen können. Weiter gings noch zum Ijsselmeer Richtung „Den Oever“. Dort wollten wir die Autobahn auf dem Damm übers Ijsselmeer bestaunen – war aber nix. Viel zu viel Regen und Wind, also ab ins Fischrestaurant. Endlich mal Fisch, und dann auch noch lecker! Zurück zum Campingplatz ging es über die Ortschaften: Hippolytushoef und Anna Paulowna – ein Käffchen hatten wir uns verdient. Den restlichen Nachmittag haben wir dann aber im Wohnwagen verbracht, der starke Wind nervt auf Dauer. Abends kam dann zwar die Sonne raus, aber der Wind blieb.

Winterswijk

5. September. Eigentlich war nun der nächste Stopp in Lemmer geplant, um Marion und Peter (Rainers Cousine) zu besuchen. Der Sturm trieb uns aber fort vom Meer ins Landesinnere. Steff wollte zu Obelink – gesagt getan. Ab nach Winterswijk – Ankunft Campingplatz: 14 Uhr. Ankunft bei Obelink 15:30 Uhr: Der Obelink Megastore in Winterswijk ist mit seiner riesigen Verkaufsfläche von 72.500 Quadratmetern umgerechnet etwa so groß wie 10 standardmäßige Fußballfelder. Hier findet der Camper alles, was man eigentlich nicht braucht.

6. September. Ruhetag. Der Campingplatz Klompenmakerij ten Hagen liegt an einem schönen See und wir nutzen die Zeit für eine Umrundung, zum Spielen und zum Lesen.

Berger Camping – erster Campingplatz Deutschlands

7. September. Die Fahrt zum nächsten Ziel, dem ältesten Campingplatz Deutschlands, Camping Berger in Köln-Rodenkirchen, war zweigeteilt. Die erste Hälfte lief super entspannt bei wenig Verkehr und die zweite Hälfte war geprägt von viel Verkehr, Baustellen und immer wieder stop and go. Trotzdem waren wir sogar noch eine halbe Stunde zu früh da. Dank Monis frühzeitiger Reservierung, bekamen wir die beiden Stellplätze nebeneinander und direkt am Rhein – herrlich. Immerhin war auch inzwischen wieder so viel Wasser im Rhein, dass auch Schiffe vorbeifuhren. Wir fühlten uns auf dem gepflegten Platz sehr wohl.

Bereits am ersten Tag begann nun das vorbereitete Programm von Moni. Wir trafen uns zum Abendessen mit Tante Nini und Onkel Hans beim Italiener in Sürth. Nach dem sehr netten Abend fielen wir satt und geschafft ins Bett. Immerhin stand ja morgen Köln mit Moni auf dem Programm.

8. September. Parken bei Park & Ride ist in Köln echt nicht einfach. Susanne konnte sich aber in der Nähe der Straßenbahn-Haltestelle noch ein Plätzchen in einer eher fragwürdigen Umgebung sichern – ist aber alles gut gegangen. Unterwegs trafen wir noch Ellen, sie hatte uns wohl noch nicht satt.

Die Fahrt zum KölnTriangle-Hochhaus mit dem Cologne View war schon einer der Highlights am ersten Tag. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick über Köln und auf den Kölner Dom.

Für die drei Damen ging es zu Fuß weiter über die Hohenzollernbrücke, die Kölner Philharmonie mit einem kleinen Schlenker zur römischen Hafenstraße sowie Museum Ludwig zum Café Reichard. Leider konnten wir auf dem Weg dorthin keinen Blick ins Römisch-Germanische Museum werfen – das wird gerade renoviert und ist geschlossen. Direkt am Hauptbahnhof und dem Dom gelegen ist das Café ein „Muss“ für einen Kölnbesuch. Adrette Bedienungen in einheitlichen „Uniformen“, drinnen Teppichböden mit gewebtem „R“ und hier scheint irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein. Besonders lohnenswert ist der Gang auf die Toilette. Hier sind alle Toilettentüren durchsichtig, erst wenn man sie schließt, werden sie undurchsichtig. Drinnen eine Kloschüssel von Villeroy & Boch, die man wirklich als Thron bezeichnen kann. Wirklich riesig. Die Toiletten sind sogar überall in den Medien (https://www.express.de/koeln/irre-koelner-toiletten-das-magische-kristall-klo-vom-caf-reichard-40106 / https://www.instagram.com/reel/DB9Hh8BIcUa/?hl=de).

Nun aber zum Wahrzeichen von Köln: Der Dom. Leider kostet dieser seit 1. Juli 26 Eintritt, 12 EUR für den Dom – wer die Schatzkammer noch sehen will oder den Turm erklimmen, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Angenehmer Nebeneffekt: es war ziemlich leer. Insgesamt ein sehr imposanter Bau, natürlich huldigten wir auch noch dem Dreikönigsschrein. In diesem sollen die Gebeine von jedem der Heiligen Drei Könige liegen. Die Knochen erreichten 1164 aus Mailand kommend Köln und ein wenig später wurde dafür der goldene Schrein von Nikolaus von Verdun gefertigt.

Über die Domplatte in Richtung Altstadt kommt man dann zum Heinzelmännchenbrunnen. Er steht vor dem Brauhaus Früh und wurde vom Cölner Verschönerungsverein im Jahr 1899 zum 100. Geburtstag des Volksdichters August Kopisch errichtet. Schade dass es die Heinzelmännchen nicht mehr gibt, seit die neugierige Schneidersgattin mit Erbsen auf der Treppe sichtbar gemacht hat.

Weiter ging’s dann noch über Peters Brauhaus, indem wir dann später zum Abendessen verabredet waren, noch Richtung Rhein und Fischmarkt. Heute ein kleiner Platz am Rheinufer mit farbenfrohen historischen Gebäuden, Brunnen und Cafés.

Uns fiel übrigens in ganz Köln auf: Überall gibt es Gastwirtschaften und man kann draußen sitzen, ganz anders als in Stuttgart.

Die Männer hatten nun genug Köln und zogen sich dann auf den Alter Markt zurück. Hier gab es das beste Unterhaltungsprogramm schlechthin, alle 15 Minuten kam ein Brautpaar aus dem historischen Rathaus, das gar nicht historisch aussieht. Fachkundige Analyse: taubenblau für den Bräutigam, weiß oder crème für die Braut.

Die Damen liefen noch eine größere Runde durch die Altstadt. Erst am Hänneschen-Theater (Stockpuppentheater, das nur Stücke op Kölsch spielt) vorbeigeschaut, den Heumarkt überquert und dann haben wir dem Gürzenich und der zerstörten (Kunst)Kirche St. Alban die Ehre unseres Besuchs erwiesen. Leider konnten wir den spanischen Bau des historischen Rathauses nicht anschauen – Baustelle. Ein kleine Attraktion ist noch der Kallendrisser, eine Figur am Alter Markt.

Susanne und Moni haben dann noch kurz Tünnes und Schäl besucht – Fiktive Figuren aus dem Hänneschen-Theater.

Als die Damen wieder zu den Männern stießen, war es auch endlich Zeit in Peters Brauhaus zu gehen – inzwischen hatten wir auch ordentlich Hunger. Hier kamen noch Silke und Claudia hinzu und so wurde es noch ein schöner Abend mit vollen Bäuchen.

9. September. Das Glück war uns hold und wir bekamen einen der letzten Parkplätze beim Park & Ride. Heute wollten wir es gemütlicher angehen lassen. Daher haben wir uns am Dom für den „Schokoladen-Express“ entschieden. Eine kleine Stadtrundfahrt mit Aussteigemöglichkeit am Schokoladenmuseum. Im Vorbeifahren haben wir schon durchs Panoramafenster den Schokoladenbrunnen im Museum gesehen. Also nix wie rein. Abgesehen vom Brunnen, wo man sich Eiswaffeln mit Schokolade holen kann, ist es ein sehr interessantes Museum mit ausführlichen Informationen über Anbau, Ernte, Trocknung und Verarbeitung von Kakaobohnen. In Südamerika wurde die Schokolade herzhaft getrunken (z.B. mit Chili). Erst die Europäer machten das Getränk mit viel Zucker und Milch zur „Süßigkeit“. Auch eine kleine Produktion von Produkten läuft im Museum und man kann ständig probieren.

Jetzt ging es zurück Richtung Dom und in unser Lieblingscafé: Café Reichard, diesmal sogar mit Kuchen – lecker. Wie meinte noch Susanne: der Cappuccino hier sei der heißeste, den sie je getrunken hat.

Nun liefen wir noch zum WDR und zur Maus in den Mausladen, wo natürlich auch eingekauft wurde. Die Mausfigur steht zum Glück wieder, sie wurde Opfer eines Brandanschlages. Da mittlerweile das Wetter auf Regen gekippt ist, war es Zeit zum Campingplatz heimzufahren.

Am Abend trafen wir uns noch mit Stefan und Claudia, Henri und Monika und Monis Tante und Onkel ließen es sich auch nicht nehmen noch einmal vorbeizuschauen. Es wurde viel gelacht, geschwätzt, gegessen und getrunken. Zum Glück war für uns der Heimweg nicht weit.

10. September. Auf nach Speyer – hier freute sich Susanne auf eine Führung für uns, aber Pustekuchen – es war absolut kein Campingplatz zu finden. Der nächste lag in Neckargmünd (Camping Unterm Dilsberg) mit einer sehr abenteuerlichen, da einspurigen Zu- und Abfahrt. Wer sich nicht an die Regel hält: Abfahrt vor 12 – Ankunft ab 15 Uhr kann hier schnell in Schwierigkeiten geraten. Der Platz liegt idyllisch am Neckar und wir konnten uns von Köln ein wenig erholen.

11. September. Heute war für Moni und Rainer putzen am Vormittag angesagt und nachmittags ging es auf den Königstuhl. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf Neckar, Heidelberg und die Rheinebene.

Wo Jürgen Klopp isst, muss es gut sein, so fand Susanne die Vereinsgaststätte Vogelheim. Umgeben von Volieren voll mit vielen Sittichen, Finken und Kanarienvögeln. So speisten wir im Vogelgezwitscher. Ein würdiger Abschluss eines schönen Urlaubs.

Besten Dank fürs Mitreisen – für Moni und Rainer geht es am 23.9. noch mit Magda nach Südfrankreich

Moni, Susanne, Steff und Rainer

 

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