Ein großer Traum wurde war – wir starten zu unserer ersten Skandinavien-Rundreise. Nachdem uns Dänemark so gut gefallen hatte, wagten wir uns gleich einen großen Schritt weiter. Schweden und Norwegen sollte es sein, trotz aller Vorurteile von Rainer (Eisschollen mit Robben auf dem Meer, eiskalte Nächte, Dauerregen usw.).

Erster Stopp war natürlich – wie immer wenn es in Richtung Norden geht – Martina und Dieter in Thüngen. Natürlich wieder mit bester Verpflegung von Martina. Mit vollem Bauch ging es dann nach Kassel, genauer auf den Campingplatz Wiesenthalmühle. Hier hat ein alter Freund von uns einen Dauerstellplatz und da wir uns lange nicht mehr gesehen hatten gab es nach großem Hallo noch einen langen Grillabend vor dem Wohnwagen. Von hier aus sind wir dann nach Soltau/Wietzendorf auf den Südseecamp. Die Kinder sollten doch noch einmal im warmen Wasser baden dürfen und das tropische Schwimmbad auf dem Campingplatz hier ist bestens dazu geeignet. Anschließend fuhren wir dann zu unserer letzten Station in Deutschland nach Zweedorf zu Susanne, Michael und Jan-Ole. Auch hier mit toller Verpflegung. Unser Stellplatz war mitten auf dem dortigen Flughafen wo die 3 seit kurzem wohnen. Zweedorf, in der Nähe von Rostock, nutzten wir dann auch zum Bunkern von Getränken und Lebensmittel, dies sollte ja gerade in den skandinavischen Ländern nicht ganz billig sein und wir hatten ja auch unsere Erfahrungen bereits in Dänemark gesammelt. Vollgepackt, jeden Stauraum genutzt und ohne Rücksicht aufs Material konnte unsere Skandinavien Tour starten.

Am Donnerstag fuhren wir nach Rostock auf die Fähre nach Gedser (Dänemark) um von dort aus Kopenhagen zu besichtigen. Das Einzige, was wir sahen, war Schloss Amalienburg, der Rest ging im heftigen Regen unter.

Wir flüchteten daraufhin am Samstag nach Schweden. Unser Ziel Göteborg erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein. Dort fanden wir dann auch sogleich einem wunderschönen Campingplatz (für alle Camper: mit kostenloser Spülmaschine). Ruhig gelegen und direkt am Meer – was will man mehr. Sebastian und Thomas entwickelten sich hier zu wahren Krabbenangelkönigen. Mit einem Stück Schnur, einer Wäscheklammer und einem Stück Speck brauchten sie keine halbe Stunde um einen ganzen Eimer quicklebendiger Krabben zu angeln.

Für eine Stadtbesichtigung nach Göteborg waren wir aufgebrochen und auf der Gefängnisinsel sind wir gelandet. Dies passiert, wenn man in aller Eile auf das abfahrende Schiff springt und dies nicht dahin fährt, wohin man eigentlich möchte. Egal – die Gefängnisinsel war auch super. Studenten in Kostümen führten über die Insel und verkörperten historische Figuren der Insel. Die deutsche Tour leitete der Commander der Insel.

Leider hohlte uns am nächsten Tag dann auch hier das schlechte Wetter ein und die Vorhersage für unsere weitere geplante Reiseroute sah leider auch nicht gut aus. Trotzdem hielten wir an unserem Ziel Norwegen fest. Unsere Platznachbarn (nette Ulmer), bereits erfahrene Schwedenurlauber, erzählten uns ganz begeistert von den Schären oberhalb Göteborgs und wir sind dann spontan am nächsten Morgen mit ihnen in Richtung Schären aufgebrochen. Diese lagen nur knapp neben unsrer Reiseroute und Oslo konnte noch einen weiteren Tag auf uns warten.

Land und Leute

Auch hier in Schweden, wie in Dänemark, haben wir bisher nur sehr nette und hilfsbereite Leute kennen gelernt. Unsere Befürchtungen mit den schwedischen Preisen haben sich nicht ganz bewahrheitet. Die Campingplätze sind im europäischen Vergleich recht günstig und auch die Lebensmittel sind, sobald kein Alkohol enthalten, ungefähr gleich teuer, wie in Deutschland.

Es war eine traumhafte Fahrt durch die Schären nördlich von Göteborg, die wir jedem nur empfehlen können. Über viele Brücken, Tunnels und einer Fähre hatten wir die Inselwelt auf einer Länge von ca. 180 km befahren. Es war stellenweise sogar so beeindruckend, dass die Kinder mit Lesen und Gambeboy spielen aufhörten. Wir landeten auf einem Campingplatz in der Nähe von Smögen, traumhaft gelegen, mitten in einer Felsspalte in den Schären. Nach dem Aufbau, der Dank unserer erfahrenen Kinder, keine 10 Minuten mehr dauert, reichte es noch am Spätnachmittag zusammen mit unseren Ulmern zu einem Besuch in Smögen. Eigentlich bekannt für seine Fischauktion, die wir aber nicht so beeindruckend fanden, dafür aber war der Ort selber wunderschön. Einfach wie aus einem Astrid Lindgrens Buch entsprungen. Nach einem leckeren Fischabendessen (selbst Thomas hat fast 3 kleine Schollen nebst Kartoffeln gegessen), erkundeten wir den Ort.

Dieser besteht aus einem 1000 m langen, auf Holz aufgebauten Pier. Natürlich mit tausenden kleiner Läden, die vom Leuchtturm bis zum Pullover alles anboten. Dem Konsumrausch zum Opfer gefallen, gab es bei uns auch zwei Angeln für die Jungs (in der Hoffnung, dass die nie einen Fisch an Land ziehen) und einen Teddy mit Schwedenflagge auf dem Bauch für Moni (als Anhängsel für ihren Rucksack).

Schweden, das wir am nächsten Tag verließen hat uns alles im allen so gut gefallen, dass dieses wunderbare Land wohl in der nächsten Zeit wieder ein Reiseziel von uns werden wird. Die paar Tage, in denen wir hier waren, haben uns fast so weit gebracht, unsere Reiseroute komplett über den Haufen zu schmeißen und einfach nur durch Schweden zu touren – dies hätten wir am Anfang unserer Reise überhaupt nicht erwartet. Dies obwohl das Wetter bisher unseren nordischen Erwartungen entsprach und sehr feucht war. Auch hier, wie bereits vor 2 Jahren in Dänemark, genossen wir auch die Gastfreundschaft der Schweden und die empfundene Sicherheit. Man hat hier von keinem Camper etwas von Überfällen gehört, die im Süden an der Tagesordnung sind. Auch an das Klima scheint man sich zu gewöhnen. Vielleicht noch was zu den Preisen: Der Campingplatz (www.solvikscamping.se) hat uns jetzt mit 4 Personen, Wohnwagen, Auto und Strom 20 Euro die Nacht gekostet (Duschen allerdings extra, 11 Cent für 2 Minuten, Spülmaschine auch hier vorhanden und kostenlos). Für diesen Preis hätten wir in Italien gerade einmal Frühstück bekommen. Auch wie schon beschrieben sind die Lebensmittel im ähnlichen Preisniveau (vielleicht einen Tick höher, aber immer noch billiger als in Frankreich!) als bei uns. Die Autobahnen sind hervorragend ausgebaut und kosten keine Gebühren. Diesel ist mit ca. 93 Cent auch unter dem deutschen Niveau. Somit bietet Schweden außer Meer und Fisch eine wirkliche Alternative zum Sommerurlaub im Süden an. Die meisten Schweden können sogar recht gut Deutsch, zumindest können aber alle Englisch, sind sehr freundlich und ständig hilfsbereit.

Norwegen

Nun waren wir also in Norwegen genauer in Oslo angekommen. Der Campingplatz war, wie alle bisherigen Plätze, sauber und hatte eine super Aussichtslage über Oslo mit direktem Blick auf die Holmenkollen-Ski-Sprungschanze.

Nach einem sehr anstrengenden Tag mit vielen Museen und anderen Attraktionen, wie zum Beispiel die Holmenkollen-Ski-Sprungschanze freuten wir uns sehr auf unseren Campingplatz und unser Bett. Trotz aller Wetter Prognosen schwitzen wir hier und das im sonst so kalten Norden. Oslo und seine Bewohner sind einfach bezaubernd und uns gefällt es sehr gut. Leider sind die Preise aber wirklich wie befürchtet, sehr sehr teuer. Ein Hamburger aus der Frittenbude kostet hier 10 Euro, unser Besuch bei McDonalds, wo jeder nur einen Burger bekam, schlug gleich mit 25 Euro zu Buche. Die kaputten Füße hatten wir wohl auch deshalb, da Oslo von der Fläche her die größte Stadt Europas ist und dies bei einer Einwohnerzahl um die 470.000, also weniger als Stuttgart. Die Museen in Oslo sind sehr schön, aber alle auch sehr klein und teuer. Durch den Besitz des Oslo-Passes (ca. 50 Euro für alle zusammen) durften wir sämtliche Verkehrsmittel (auch Fähren) und die Museen kostenlos benutzen. Begonnen hat unsere Erkundungstour mit einem französisch sprechenden Busfahrer, der uns trotz Probleme, die die Metro wohl an diesem Tag hatte, den besten Weg zum Holmenkollen erklärte. Der Holmenkollen ist die Ski-Sprung-Anlage mitten im Stadtgebiet von Oslo.

Nach einem sehr steilen Aufstieg von der Metro-Station zur Anlage und weiteren 3 Millionen Stufen in der Schanze selber, die auch die Skispringer immer hoch laufen müssen (unsere Hochachtung sei ihnen jetzt sicher), hatten wir, ein wenig außer Atem, einen phantastischen Ausblick über Oslo. Die Kinder durften dann, wieder unten angekommen, in einem Flugsimulator einen Sprung am eigenen Leibe nachempfinden. Anschließend kam der sehr viel einfachere Abstieg zur Metro. Nach einigen abenteuerlichen Umsteigeaktionen mit so ziemlich allen Osloer Verkehrsmittel kamen wir am Rathausplatz an. Nach einem kurzen Blick auf das Rathaus bestiegen wir die Fähre zur Museumsinsel.

Dort besuchten wir das Fram-Museum mit dem originalen Polar-Schiff, das zur Besichtigung (auch zum Draufrumklettern) freigegeben ist. Danach ging es ins Kon-Tiki Museum, auch hier waren, außer der Geschichte von Thor Heyerdahl, zwei (Kon-Tiki und Ra II) der originalen Schiffe ausgestellt. Als abschließenden Höhepunkt ging es noch ins Viking-Museum mit mehreren originalen Wikingerbooten, die im Laufe der Zeit ausgegraben wurden. In Oslo ist, wie in allen norwegischen Großstädten, übrigens eine Einfahrtsmaut fällig, die aber in keinem Verhältnis zu den sonstigen Preisen steht. Dafür war sie mit ca. 1,50 EUR sehr, sehr billig. Wenn wir schon bei den Strassen sind, hier in Skandinavien können sie es mit der elektronischen Geschwindigkeitsmessung wesentlich besser als bei uns. Alle paar Kilometer steht so ein Blitzer.

Nach Oslo wollten wir ca. 180 km weiter Richtung Nord/West fahren. Die Stadt Rodberg hatten wir uns laut Reiseführer ausgesucht. Diese fiel aber dem kolossalen Regen zum Opfer. Wenn es mal nicht regnete, hielten wir an und schauten die Landschaft an. Eigentlich ist sie nicht beschreibbar, so fantastisch ist es. Hinter jeder Kurve oder Ecke findet man neue Naturschönheiten. Elche und Rentiere sind uns aber (noch) nicht begegnet. Hinterher waren wir aber sehr froh über die lange Fahrt und fanden uns dann in Eidfjord auf einem wunderschönen Campingplatz wieder. Die Fahrt führte uns über 300 km durch das immer wildere Norwegen und ging sehr auf Bremsen und Kupplung, da wir ständig rauf und runter mussten (Höhenunterschied dreimal hintereinander weit über 600 m). Wir unternahmen am nächsten Tag noch einen Ausflug zum dortigen Wasserfall. Wie in Norwegen üblich werden solche Attraktionen mit keinerlei Sicherheitsmassnahmen versehen. Nach der Felskante, an der man direkt entlang laufen konnte, ging es 200 m steil bergab. Nichts für Leute mit Höhenangst oder kleineren Kindern.

Bergen – der nördlichste Punkt war erreicht

Der weitere Weg nach Bergen eine Kleinigkeit von max. 2,5 Stunden Fahrt, dachten wir, leider weit gefehlt. Nur noch 120 km (wir sind ja am Vortag so weit gekommen) und das auf einer Europastrasse. Doch waren die Strassen-Verhältnisse mehr als abenteuerlich. Oft war die Strasse so eng, dass wir knapp durchgepasst haben. Als Einbahnstrasse wäre es kein Problem gewesen, aber leider kamen immer wieder LKWs mit voller Geschwindigkeit entgegen. Doch bis am Abend schafften wir es doch noch nach Bergen und somit war unser nördlichstes Ziel erreicht. Mit 3 Tagen sollte es unser längster Aufenthaltwerden, da danach leider schon wieder die Rückfahrt beginnt. Bergen hat uns übrigens als regenreichste Stadt Europas auch mit diesem empfangen (danke Petra, dass du uns vorgewarnt hattest). In Bergen testeten wir auch unsere digitale Satellitenempfangsanlage zum aller ersten (ziemlich sicher auch zum letzten) Mal. Wir wollten halt auch ein bisschen Olympia schauen. Trotz der Bedenken von Rüdiger und Dieter klappt der Empfang auch an diesem nördlichen Breitengrad.

Frust: Nach einer Nacht mit heftigen Schauern, Moni hatte schon Angst das wir samt Wohnwagen in den nahe gelegenen See gespült werden, regnete es bei 12 Grad auch den kompletten 2. Tag in Bergen. Es gab nur die Abwechslung zwischen heftigen Schauern und Nieselregen. Also hatten wir unseren geplanten Bergen-Besuch in ein Erlebnisbad-Besuch (http://www.vannkanten.no) abgeändert und hoffen auf Morgen für die Stadtbesichtigung. Im Bad waren sehr viele Schwangere, bei dem düsteren Wetter hier kein Wunder, da werden die Abende halt einfach lang.

Bergen war wunderschön, leider immer wieder von Regen getroffen, der uns scheinbar ständig begleitet. Wir haben dann aus purer Verzweiflung eine Stadtrundfahrt mit dem Bergens Expressen (ein Zügle, wie es ihn wohl in jeder Stadt gibt) gemacht. Es hat sich voll gelohnt. Dieser Zug hat alle wichtigen Ecken angefahren und wir blieben trocken. Wichtiger Sightseeing Punkt war dann noch der große Fischmarkt in Bergen – hier konnten und wollten uns nicht mehr halten und kauften alles mögliche Meeresgetier ein.

Dann haben wir uns auf die Socken in den Süden gemacht. Statt ursprünglich geplant über die Fjorde zurückzufahren entschlossen wir uns über die Inseln mit Fähren und Tunnels Richtung Stavanger durchzuschlagen. Dies war auch eine Zeitfrage, denn auf den Straßen in den Fjorden kommt man nur sehr langsam voran. Einen wunderschönen Campingplatz fanden wir durch Zufall auf dem Weg, mitten auf einer Insel. Wir waren die einzigen Gäste. Und es gab ein Trampolin, von dem wir unsere Kinder wegoperieren mussten. Leider schafften wir es nicht ans Meer. Wir fanden einfach keinen Zugang somit machten wir einen sehr erholsamen ruhigen Tag. Das Wetter: Meist feucht, oft auch extrem. Temperaturen: zwischen 10 und 15 Grad, allerdings bei Sonnenschein ist es trotz der Kälte Badewetter.

Nächster Stopp war südlich von Stavanger Bore Strand bei Kleppe. Leider auch hier nur Dauerregen. Deshalb ab in die Bücherei und wie im Norden üblich umsonst ins Internet. Wir schauten uns auch gleich nach einer Fähre um und bemerkten, dass unser Wunschtermin schon ausgebucht war. Also fuhren wir 2 Tage früher und das brachte den Kinder noch mal einen Besuch im Legoland ein. Bei dem vielen Regen wollten wir aber auch mal wieder die Sonne sehen und erhofften uns dies in Dänemark. Also sind wir mit noch einem Stopp in Flekkefjord weiter nach Kristiansand.

Nun noch ein paar allgemeine Dinge zu Norwegen, die uns so aufgefallen sind: Die Norweger: Ein optisch sehr mürrisches Volk, aber alle sehr nett und hilfsbereit. Wir können nur von äußerst positiven Erfahrungen berichten. Die Preise: Sehr hoch, die Norweger müssen ein traumhaftes Einkommen haben oder immer Hunger leiden. Da alles mit sehr großen Entfernungen verbunden ist, brauchen sie auf jeden Fall ein Auto und somit müssen sie auch tanken. Diesel liegt hier aber weit über einem Euro. Die Campingplätze sind sehr sauber und auch recht preiswert. Für rund 20 Euro pro Nacht (2 Erwachsene und 2 Kinder plus Strom) und dies bei einem sehr anspruchsvollen Niveau. Die Fähren sind sehr teuer, nicht nur die nach Dänemark, insgesamt hatten wir hierbei das Meiste unserer Urlaubskasse liegen lassen. Bergen – Stavanger (100 Euro), Kristiansand – Hirtshals 300 Euro, Kleinfähren unterwegs so um die 40 Euro. In Norwegen sind zum größten Teil die Straßen recht gut ausgebaut und auch via Blitzer gut überwacht. Eine norwegische Autobahn hat aber keine 2 Spuren sondern ist eher wie bei uns eine ältere Bundesstrasse mit Gegenverkehr. Die Straßen in den Fjorden sind, wie berichtet, sehr abenteuerlich aber auch irgendwie befahrbar. Alles in allem kann man aber nie sagen wie lange man für 100 km benötigt. Die Verkehrsdichte ist allerdings auch sehr gering. Auf der Fahrt von Flekkefjord nach Kristiansand haben uns sage und schreibe 3 Autos und 1 Motorrad überholt und das auch nur, weil wir kurz angehalten haben. Entgegen kamen uns einige Autos mehr, aber nicht mehr als bei uns nachts mitten auf der Landstrasse. Die Stecher: In Norwegen alle ersoffen, garantiert!!! Die Regenfälle kann kein Insekt überlebt haben. Die Bisswunden, die wir haben, sind alle noch aus Schweden, aber auch da hielt es sich in Grenzen. Anmerkung zum Essen: Elchsalami und Krebszangen schmecken gut, auch unseren Kindern!

Inzwischen sind wir mehr als 3000 km gefahren und in Kristiansand angekommen (leider immer noch bei strömenden Regen, dabei heißt es, wir seien an der Riviera Norwegens, wegen der meisten Sonnenstunden pro Jahr) hatten wir zum Glück schon von unterwegs per Internet unsere Fähre gebucht. Ziemlich ausverkauft sind nämlich die Fähren, die noch nach DK fahren. Am Samstag ist dann Abfahrt um 19.15 Uhr und Ankunft 23.45 Uhr in Hirtshals und mit dem stolzen Preis von 300 Euro.

Wir sind mit der Fähre, die 2 Stunden verspätet abgefahren ist, um 2.00 Uhr morgens in Dänemark gelandet und anschließend auf einen etwas südlich gelegenen Campingplatz gefahren. Dort war es, wie immer sehr schön. Großer Kinderspielplatz, Viecher, usw. Auch ein beheizbares Freibad war da, dafür war es aber drumrum zu kalt. Dann sind wir noch weiter nach Süden gefahren und das Wetter wurde noch schlechter. Bei Hvjidbjerg (Gebiet Thyholm) hat es dann fast 2 Tage am Stück geregnet. Die Kinder konnten zwar Krabben fangen, mussten aber immer wieder ins Trockene, da es von oben nasser war als von unten. Krönender Abschluss in Dänemark: Billund / Legoland.

Dänemark – ab ins Legoland

Legoland = platte Füsse. Wir sind jetzt 2 Tage lang das Legoland rauf und runter gerannt und fuhren alles was es so gab und als Highlight wurde eine neue Attraktion im Miniland vom dänischen Prinzenpaar (Kronprinz Frederik) eröffnet. Dies war nicht so spannend aber die anschließenden 30 Prozent Rabatt zu Ehren des Prinzen löste natürlich bei Lego liebenden Schwaben einen Kaufrausch aus. Thomas durfte gleich was für seinen anstehenden Geburtstag raussuchen. Wieder überraschte uns allerdings die unglaubliche Sauberkeit und Kinderfreundlichkeit die aus diesen beiden Tagen wirklich ein Vergnügen machte. Übrigens bei sehr warmen Wetter mit Sonnenschein.

Am zweiten Tag gab es ein Highlight der Extraklasse. Wir haben die dänische Königin samt Gemahl und das frisch vermählte Prinzenpaar gesehen und zwar waren die nicht aus LEGO (sie waren kein Meter weg von uns). Die neue Attraktion im Miniland, Schloss Fredricksborg, wurde eingeweiht und da dies der Wohnsitz des Prinzenpaares ist, war es Anlass genug den roten Teppich auszulegen und die königliche Familie einfliegen zu lassen. Immerhin hatte anschließend jeder Besucher ein dänisches Fläglein aus Papier. Tja mit der königlichen Familie durchs Legoland – das hat man auch nicht alle Tage.

Toll war auch, dass wir erst die Originale besuchten, die wir dann im Miniland betrachteten. So hatten die Kinder einen direkten Bezug. Darunter war Bergen, Hirtshals, Airport Billund, die versandete Kirche, Kopenhagen und Schloss Amalienborg (mit Meerjungfrau, die life ins Wasser fiel). Auch in diesem Jahr haben wir wieder das ADAC-Angebot genutzt: Zahle 1 Tag und besuche 2 Tage das Legoland.

Da nun wieder ein Tief auf Dänemark Anlauf nahm, haben wir uns für eine Weiterreise in das schöne Deutschland entschieden, und das auf direktem Weg. Von Billund sind wir dann bis südlich von Hamburg nach Buchholz in der Nordheide gefahren. Ein netter kleiner Campingplatz an einem kleineren künstlichen See gelegen, mit fressgeilen Karpfen drin (haben ohne Probleme die alten Brötchen verputzt). Höhepunkt in Buchholz war die Pfandrückgabe bei Penny am Samstagmorgen zur besten Einkaufszeit. Immerhin haben wir es auf an die 80 EUR Pfand gebracht und das will mal von einer Kassiererin gezählt sein. Die Schlange hinter uns war unbeschreiblich.

Nachdem wir über Kassel und Hannover in den Norden gefahren sind, haben wir uns für eine Rückfahrt über Köln entschieden. Nach einem Zwischenstopp auf einem Campingplatz in der Nähe von Osnabrück (In der Nähe hat 9 n. Chr. die Varusschlacht der Germanen gegen die Römer stattgefunden, stand auf jedem 2. Schild.), am Alfsee (übrigens eine gigantische Freitzeitanlage mit künstlich angelegtem Sandstrand, Wasserskianlage, und jeder Menge anderer Attraktionen, die natürlich alle kostenpflichtig waren). Nach nur einer Nacht fuhren wir direkt nach Köln. Köln hat übrigens in Dünnwald einen schönen und ruhigen Campingplatz direkt neben dem Wildpark und dem Waldschwimmbad. Die Kinder haben wir bei Oma und Opa untergebracht und Moni durfte dort die ganze Wäsche waschen. Wir hatten auch noch genug Zeit zum Relaxen bei Oma und Opa und die Kinder haben sich auch sehr wohl gefühlt, wie immer.

Nachdem Köln unser längster Stopp mit 3 Tagen (zusammen mit Bergen) war, mussten wir einfach wieder weiterfahren. Wir gönnten uns noch einen ADAC-TOP-Campingplatz in Leiwen an der Mosel in der Nähe von Trier. Leider war dessen Schwimmbad aber eher für kleinere Gäste ausgelegt und nichts für unsere schwimm- und rutscherprobten Jungs. Deshalb fuhren wir schon wieder nach einen Tag weiter in Richtung Neckarsulm. Dort gibt es genau gegenüber vom Aquatoll (ein Spaßbad, eher für unsere Kinder geeignet) einen Campingplatz. Wir gaben uns nun in diesem doch wesentlich größeren Schimmbad einen Tag komplett Relaxen und Reinigen (nachdem das Duschen in Skandinavien so teuer war, brauchten wir die Zeit im Schwimmbad um auch die letzten Dreckreste rauszuwaschen). Auch besuchten wir abends unsere Heilbronner, die in Bad Friedrichshall wohnen und die wir an der Fähre von Kristiansand nach Hirtshals kennengelernt hatten. Dies war gleichzeitig auch unsere letzte Nacht im Wohnwagen.

Wir kamen am Samstag um 12.00 Uhr wieder in Stuttgart an, dies war ziemlich genau 5 Wochen nach unserer Abfahrt. Die zurückgelegte Strecke gibt betrug etwas über 5000 km. Auf insgesamt 23 Campingplätzen hatten wir übernachtet, benötigten 6 Fähren (die längste 4,5 Stunden) und unzählige Tunnellen (norwegisch für Tunnel, der Steilste mit 260 m unter dem Meer auf einer Gesamtlänge von 7,6 km). Trotz vielem Regen und oft kälteren Temperaturen (wir haben schon ab und zu die Heizung für nachts gebraucht) hat es uns super gut gefallen. Die Kinder, vor allem Thomas, haben intensiv versucht Englisch zu sprechen und es wird gewiss nicht die letzte Fahrt Richtung Norden gewesen sein. Für nächstes Jahr ist nun eine Schwedenrundfahrt geplant, da uns die 3 Tage in diesem Land unheimlich gut gefallen haben und einfach zu kurz waren.

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